Zero Waste im Badezimmer – nachhaltige Körperhygiene ohne Müll

Zero Waste Badezimmer: Tipps für eine nachhaltige Körperhygiene ohne Müll

Mehr Nachhaltigkeit im Alltag geht oft einfacher als man denkt. Gerade das Badezimmer bietet uns zahlreiche Möglichkeiten unnötigen Müll zu sparen, Plastik zu vermeiden und unsere Umwelt schonen. Und oft schont ihr so auch noch euren Geldbeutel.

Schritt für Schritt zum Zero Waste Badezimmer.

Wie das geht? Ganz unkompliziert. Versprochen! Meine Tipps sollen eine Starthilfe für euch sein. Ein kleiner Leitfaden zum langsamen Umstellen und Verändern.

Na dann mal los und auf ins Badezimmer!

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Zero-Waste-Badezimmer: nachhaltige Körperhygiene

#1 Hygiene

Ja. Zwei Dinge machen wir alle im Badezimmer. Wir gehen auf die Toilette und wir waschen uns die Hände. Und genau bei diesen beiden Tätigkeiten können wir schon jede Menge nachhaltiger gestalten.

Der erste Schritt ist das Benutzen von Recycling Klopapier statt Klopapier aus sogenannten Frischfasern. Warum? Für einen einzigen Wisch werden Kiefern, Fichten, Birken oder Eukalyptus-Bäume gefällt, entrindet, zerkleinert und durch aufwändige mechanische und chemische Prozesse zu Zell- und Holzstoff für die Papierproduktion verarbeitet.

Im Vergleich dazu spart ihr mit Recycling Klopapier

  • lebendige Bäume
  • 60 % Energie
  • bis zu 70 % Wasser
  • CO2-Emissionen, die durch Transport und Bearbeitung des Holzes anfallen (hier gibt es noch mehr Infos von Greenpeace zum Thema).

Klingt doch super, oder? Und heutzutage gibt es Recycling Klopapier in wunderbar weicher Qualität, das wirklich nichts mehr mit dem Reibeisengefühl früherer Schultoiletten-Erinnerungen gemein hat.

Den zweiten Schritt kennt ihr schon: Feste Seife statt Flüssigseife mit Kunststoffverpackung. Und so könnt ihr eure Stückseife hygienisch aufbewahren.

#2 Zahnpflege

Eine nachhaltige Zahnpflege muss immer Hand in Hand mit Funktion und Effektivität gehen, denn wer will schon Plastik sparen, aber dafür Löcher in den Zähnen? Ein erster Schritt kann zum Beispiel eine Zahnbürste aus nachwachsenden Rohstoffen sein oder Zahnputztabletten ohne Plastiktube. Wer noch mehr verändern möchte, der kann sich auch an selbstgemachte Zahnpasta wagen.

Zero Waste Badezimmer: Haarpflege ohne Müll

#3 Haarpflege

Schönes und gepflegtes Haar ganz ohne unnötige Plastikverpackungen? Selten ist das Plastik- und Müllsparen so einfach wie bei der Haarpflege. Statt konventionellem Shampoo könnt ihr festes Shampoo oder eine Haarseife verwenden und Spülung und Conditioner wird problemlos durch gesunden Apfelessig ersetzt. Und wer für sein Haar einen leichten Haarfestiger benötigt, der kann zum Beispiel zu alkoholfreiem Bier greifen. Die Vitamine und Pflege gibt es bei dieser Variante schon gratis dazu.

#4 Monatshygiene und Inkontinenz

Gott sei Dank sind die Regelblutung und Inkontinenzprobleme heute keine Tabuthemen mehr. Wir reden offen darüber und tauschen uns aus und das ist wunderbar. So spricht sich endlich herum, dass es mittlerweile tolle nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen Einlagen, Binden und Tampons gibt. Die produzieren nämlich tagtäglich und Monat für Monat einen wahren Berg aus Plastikmüll, Fasern und nicht mehr recyclingfähigen Verbundmaterialien. Zero Waste Intim-Hygieneprodukte bieten mehr Tragekomfort und sparen auf lange Sicht nicht nur jede Menge Müll, sondern sogar Geld. Besser geht wohl kaum.

Die Lösung für eine Zero Waste Monatshygiene und Inkontinenz heißt waschen und wiederverwenden statt einmal benutzen und wegwerfen. Flexible Menstruationstassen aus medizinischem Silikon statt Tampons, und waschbare Einlagen und Binden aus weicher und anschmiegsamer Baumwolle statt teure und oftmals unbequeme Einmalprodukte. Wer braucht da schon Plastikfolien und Co.?

Zero Waste Badezimmer: Rasieren ohne Müll

#5 Rasur

Rasieren ohne Müll? Kein Problem! Schon mein Opa wusste wie eine nachhaltige Rasur funktioniert und benutzte einen klassischen Rasierhobel. Langlebig, quasi unkaputtbar, plastikfrei und mit unschlagbar günstigen Klingen. Und damit sind die Vorteile schon alle erwähnt. Kurz und knapp. Nur eines noch. Bitte keine Angst liebe Damen! Ein Rasierhobel ist auch für Frauen die perfekte und sichere Alternative zum modernen Wegwerfrasierer und für alle Körperstellen bestens geeignet. Ich spreche aus Erfahrung ;-)…

#6 Kosmetik

Und? Wie viele Cremes, Seren, Kajalstifte, Lidschatten und Co. stehen wohl in eurem Badezimmer? Es ist wirklich erstaunlich was sich so alles im Lauf der Jahre ansammelt. Dabei ist es für unsere Hautgesundheit umso besser, je weniger verschiedene chemische Substanzen Tag für Tag auf unsere Haut einwirken. Weniger ist bei Kosmetik definitiv mehr! Für unseren Körper und für die Umwelt, denn letzten Endes werden die Inhaltsstoffe unserer Pflegeprodukte beim Duschen und Waschen ins Abwasser gespült und landen schließlich in Flüssen, Seen und Meer. Besonders problematisch ist hier, Überraschung, Plastik, und das ist leider all zu oft Bestandteil unserer Cremes und Co. . Sowohl in Partikelform (=Mikroplastik) als auch in Form flüssiger Kunststoffverbindungen.

Und jetzt? Zuerst einmal ist eine Bestandsaufnahme im Badezimmer sinnvoll. Mit Codecheck geht das super einfach. Strichcode scannen und dann all den Kosmetikmüll mit Mikroplastik im Restmüll entsorgen und so unschädlich machen.

Beim Neukauf von Kosmetik könnt ihr am Besten auf zertifizierte Naturkosmetik zurückgreifen. So vermeidet ihr schnell und einfach Mikroplastik und Flüssigkunststoffe. Sonst hilft auch beim Kosmetikkauf nur eine genaue Studie der Inhaltsstoffe. Und die Smartphoneapp Codecheck.

#7 Reinigung

Spätestens seit dem wunderbaren Buch von smarticular wissen wir alle, dass zum Putzen eigentlich eine Hand voll Hausmittel völlig ausreichen ;-). Im Badezimmer brauche ich persönlich sogar nur vier: Essigessenz, Natron, Kernseife und hochprozentigen Alkohol wie zum Beispiel Korn oder Spiritus. Damit könnt ihr euch, je nach Anwendung, euer Spezialmittel zum Desinfizieren, Entkalken oder Reinigen individuell zusammenmischen. Wer braucht da schon einen ganzen Schrank voll teurer und oftmals ungesunder Reinigungsmittel?

Und? Hab ich euch zu viel versprochen? Mehr Nachhaltigkeit im Badezimmer ist doch gar nicht so kompliziert, oder? Man muss eben nur wissen wie.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Verändern im Badezimmer!

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