Klimaschutz leicht gemacht – Mit nachhaltiger Ernährung

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Beinahe jede unserer Entscheidungen und alles, was wir tagtäglich tun, hinterlässt seine Spuren in Form von Treibhausgas-Emissionen. Leuchten unsere Lampen mit grünem Ökostrom oder mit Braunkohle (Stichwort Energie)? Gehen wir kurze Strecken zu Fuß oder nehmen wir mal schnell das Auto (Stichwort Mobilität)? Und kaufen wir nur alle paar Jahre ein neues Paar Schuhe oder jede Saison (Stichwort Konsum)? All das hat Einfluss auf unsere persönliche CO²-Bilanz. Wen wird es da noch wundern, dass unsere Ernährung einen ebenso deutlichen Abdruck hinterlässt?

Klimaschutz geht auch durch den Magen und das, was auf unseren Tellern landet, wirkt lange nach.

Macht es für das Klima also wirklich einen Unterschied was wir essen? Ja. In Zahlen entspricht die Ernährung rund 20% unseres CO²-Fußabdrucks (Quelle). Das wird schnell klarer, wenn wir uns bewusst machen, dass alles, was wir täglich essen, zuerst angebaut und gefüttert, geerntet und geschlachtet, transportiert, gelagert und eventuell noch weiterverarbeitet werden muss bis es schließlich in der Ladentheke landet. Und das ist noch lange nicht alles. Bei uns zu Hause werden Salat, Schnitzel und Co. dann weiter aufbewahrt und teils unter Energieaufwand gekühlt bis wir sie schließlich zubereiten und im besten Fall restlos aufessen. Schlimmstenfalls landen unsere Lebensmittel nach all dem enormen Aufwand im Müll und müssen am Ende auch noch kostenpflichtig entsorgt werden. Unsere Ernährung kostet also mehr als nur Geld (WWF „Klimawandel auf dem Teller„).

Unsere Ernährung kostet Land und Energie und auf dem Weg zu unseren Tellern erzeugt sie Treibhausgase.

Und JETZT kommt das Happyend der Geschichte. Sobald wir das alles nämlich wissen und die Grundlagen verstanden haben, können wir an dieser Rechnung etwas verändern. Wir können an den richtigen Schrauben drehen und unsere Ernährung ganz bewusst klimaschonender gestalten. Und dafür brauchen wir nicht mehr als fünf einfache Grundregeln:

 

Bio-Qualität bevorzugen

Wenig (oder gar kein) Fleisch und tierische Produkte

Saisonal und regional einkaufen

Möglichst unverarbeitete Lebensmittel wählen

Keine Lebensmittel wegwerfen

 

Und? Wie klingt das für euch?

Klimaschutz auf dem Teller ist doch gar nicht so kompliziert, oder?

Jeder einzelne dieser Punkte beeinflusst unsere persönlich CO²-Bilanz positiv und senkt den Ausstoß unserer Treibhausgase.

Bio-Lebensmittel schützen das Klima, weil der ökologische Landbau für gesunde Böden sorgt, die mit ihrer Artenvielfalt an Bodenorganismen als CO²-Senke wirken und unsere Atmosphäre so entlasten können.

Eine pflanzenbasierte Ernährung ist gut fürs Klima, weil unsere Nutztiere einerseits selbst klimawirksame Gase (Stichwort Methan) produzieren. Und andererseits beanspruchen sie für die Erzeugung ihres Futters riesige landwirtschaftliche Nutzflächen, die für den Anbau menschlicher Nahrungsmittel nicht mehr zur Verfügung stehen. So schlagen Fleisch, Eier und Milchprodukte gleich dreimal zu Buche. Durch die Produktion von Treibhausgasen, durch die Rohstoffe und die Energie ihrer Erzeugung und durch den Verlust wertvoller Agrarfläche. Und dabei habe ich die Problematik der Massentierhaltung, Nitrat im Grundwasser, millionenfaches Tierleid und die Rodung von Regenwäldern für unser Tierfutter noch gar nicht erwähnt.

Regionales, Saisonales und Unverarbeitetes reduziert ebenso schädliche Treibhausgase. Alles was gerade auf natürliche Weise in der eigenen Region wächst muss nämlich nicht über weite Strecken transportiert oder energieaufwändig in Gewächshäusern erzeugt werden (Hier findet ihr einen Saisonkalender als App). Und je unverarbeiteter ein Lebensmittel ist, desto weniger Energie in Form von industriellen Prozessen steckt in dem Produkt. Klingt doch alles ganz logisch, oder?

Mit diesen Zusammenhängen in unserem Hinterkopf, kann jeder einzelne von uns beim Einkauf viel bewegen.

Und wäre es wirklich schon Verzicht, wenn wir im Winter keine Erdbeeren oder Trauben mehr kaufen? Oder nicht mehr jeden Tag Wurst und Fleisch essen würden? Tatsächlich bezweifle ich das. Ja, für viele ist es erstmal eine Umstellung. Das gilt übrigens auch für uns! Aber gibt es einen besseren Grund für eine Veränderung des Gewohnten als die Rettung der Welt ;-)? Und noch was.

Allein die weggeworfenen Lebensmittel in Deutschland entsprechen unfassbaren 40 Millionen Tonnen an Treibhausgas-Emissionen.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass diese enorme Menge ganz leicht eingespart werden könnte. Nicht durch Verzicht, sondern schlicht durch weniger Verschwendung (mit der App Too Good to Go Essen vor dem Müll retten). Das ist doch verrückt, oder? Vor allem aber zeigt es erneut die unglaubliche Ineffizienz mit der wir leben. Wir produzieren und kaufen lieber von allem viel zu viel als zu riskieren, dass ein paar Ladenregale und ein Fach unseres Kühlschranks mal nicht zum Überquellen gefüllt sind. Auch darüber lohnt es sich nachzudenken.

Keiner verlangt von uns, dass wir von heute auf morgen zum Veganer mutieren. Oder im Winter nur noch Kohl zu essen. Aber wie so oft geht es beim Nachhaltig-Leben um eine Veränderung unserer täglichen Gewohnheiten. Langsam, Schritt für Schritt, und im eigenen Tempo.

Weil es einfach Sinn macht.

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