Liebe Politik, wir wollen die Revolution des gesunden Menschenverstandes!

Wunschzettel an die Politik für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Habt ihr eigentlich schon mal so etwas wie einen Wunschzettel an unsere Politik formuliert? Immer öfter wünsche ich mir nicht mehr nur das Mitdenken aller Verbraucher*Innen, sondern ganz konkrete politische Visionen. Ja tatsächlich sogar eine echte Kehrtwende der Politik in vielen Belangen. Für mehr Nachhaltigkeit, mehr Klimaschutz und weniger Plastikmüll.

Wie Rachel diese Frage der Nachhaltigkeit sieht, könnt ihr jetzt lesen:

Liebe Alex, heute bin ich dann wieder dran. Vor zwei Wochen wolltest du was zu meinem persönlichen Wunschzettel an die Politik wissen. Das hast du damals gefragt: >> … Was ich noch rausgelassen habe ist die Politik. Von der würde ich mir mehr Unterstützung erwarten, denn alle Politiker haben einen Eid darauf geleistet, uns Bürger vor Schäden zu bewahren. Das gilt meines Erachtens ebenso für die Folgen des Klimawandels und der Plastikvermüllung wie für die negativen Konsequenzen eines Raubbaus am Boden und seiner Organismen durch die konventionelle Landwirtschaft.

Meine drei Wünsche an die Politik

Und damit warst du gleich bei deiner nächsten Frage der Nachhaltigkeit an mich: „Du weißt ja sicher, dass am 14. Oktober Landtagswahlen in Bayern sind. Was wäre denn dein persönlicher Wunschzettel an die Politik?“

Liebe Alex, die Landtagswahlen sind gelaufen. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Blogartikels wurde noch gezählt und in Erwägung gezogen, zusammengeschlossen und abgegrenzt. Du willst wissen, wie mein persönlicher Wunschzettel an die Politik ausschaut. Bevor ich meine Wünsche mal konkret formulieren kann, dir einen kurzen Rückblick. Bundeskanzlerin Merkel hat es in einem Video und ihrem Statement zum Wahlergebnis der Landtagswahlen in Bayern auf den Punkt gebracht: „Das Vertrauen in politische Akteure ist verloren gegangen.“

Das Versäumnis in Sachen Politik

Als ich in der neunten oder zehnten Klasse war und das erste Mal das Thema Politik auf den Tisch kam, ging es in erster Linie um Politikverdrossenheit und warum wir, die SchülerInnen, uns nicht mehr irgendeiner Partei zugehörig fühlten. Das war schon vor 20 Jahren so und hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten nicht verbessert, sondern eher verschlechtert. Mitunter kommt es zu solchen Kreuzen auf den Wahlscheinen, die nur aus Trotz, um es den Politikern mal so richtig zu zeigen, eine Partei mit rechtsradikalem Gedankengut wählen.

Ja, Frau Merkel hat Recht: Politische Akteure haben das Vertrauen verloren und zwar über Jahrzehnte hinweg. Und ich finde, dass das ganz und gar nicht verwunderlich ist. Ich fühle mich von Politik in keinster Weise in meinen Anliegen als Verbraucher unterstützt.

res publica bedeutet Sache des Volkes

Cicero, ein römischer Staatsmann aus dem Alten Rom, hat seine politischen Reden unter anderem in der „De republica“ festgehalten. Es geht um die Frage nach der besten Staatsform und manchmal, manchmal bin ich mir nicht so sicher, ob die Demokratie wirklich die tollste Form ist. Die Weimarer Republik und der sich anschließende Nationalsozialismus sind für mich ein Beispiel, wozu Demokratie führen kann. Und heute, heute fühle ich mich einfach überhaupt gar nicht so, als wenn ich in einer Demokratie lebe, in der meine Stimme auch von Bedeutung ist. Versteht mich nicht falsch: Ich sehne mich nach demokratischem Leben. Eine Gesellschaft, in der Rassismus und Fremdenhass keine Chance haben, in der Umweltschutz und die Wertschätzung allen Leben Bedeutung zukommen.

Ja, ich fühle mich politisch nicht so vertreten und in meinen Anliegen so unterstützt, wie ich es in einer Gesellschaft wie der unseren erhoffen und erwarten würden..

Politik folgt Wirtschaft

Die Tatsache, dass sich Politik inzwischen so stark von wirtschaftlichen Interessen und Konzernen gängeln lässt, finde ich unglaublich. An dem Punkt geht es mir tatsächlich so, dass ich nicht nur das Gefühl habe im Regen stehen gelassen zu werden, sondern letztlich übergangen und nicht ernst genommen.

Wie oft geht der Wunsch durch meine diversen Timeline, dass es doch normal sein müsste, dass in dem, was ich kaufe auch das drin ist, was ich denke zu kaufen. Ohne Schadstoffe, ohne Mikroplastik oder was auch immer. Wer kommt denn bitte schön auf die Idee, dass schädliche Substanzen in Nahrungsmitteln enthalten sind, weil ein Konzern auf Gewinnmaximierung ausgelegt ist und dementsprechend chemische Mittel im Einsatz hat, die nicht ganz so legal, geschweige denn legitim sind?

Dass es an der Stelle Verbraucherzentralen benötigt, die wiederum auch nicht den Einfluss haben, den sie haben sollten… Du siehst liebe Alex, mich frustriert unsere aktuelle politische und auch gesellschaftliche Lage in vielen Bereichen: Klimawandel, Feinstaubemissionen, Mikroplastik im Meer, industrielle Landwirtschaft, Situation Alleinerziehender, Rassismus, Fremdenhass, katastrophale Formen der Kindererziehung … – ich mag das alles nicht mehr hören, sehen und erleben. Manchmal fällt es mir da schwer, positiv zu bleiben. Daher mag ich es, mich mit dir in erster Linie über Errungenschaften und Lösungsideen auszutauschen.

Mein Wunschzettel an die Politik

Meine konkreten Wünsche hast du letzten Endes schon zusammengetragen: Ich wünsche mir, dass wir Wissenschaftlern mehr Gehör schenken und ihre Empfehlungen ernst nehmen und umsetzen, wenn es zum Beispiel darum geht, von der industriellen Landwirtschaft wieder zurückzutreten. Ich wünsche mir, dass wir gar nicht erst darüber diskutieren, ob wir Maßnahmen gegen die Feinstaubbelastung ergreifen und welcher Höhe, sondern dass wir natürlich alle die entsprechenden Notwendigkeiten in die Wege leiten. Unabhängig davon, wie viel Komfort wir vielleicht einbüßen für das Fortbestehen dieses Planeten. Für mich ist es ein NoGo, dass der Konsument in dem Glauben gelassen wird, dass er ja einfach nur Shampoo und Zahnpasta kauft, ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass Desinfektionsmittel in der Zahncreme und Mikroplastik im Shampoo enthalten sind.

Wie kann es sein, dass der Endkunde so in Unwissenheit gelassen wird und dann Behauptungen fallen: „Der Kunde entscheidet, wie die Nachfrage ausschaut?!?“ So ein Quatsch! Mir sind bei diesen Infos die Augen aus dem Kopf gefallen, als ich vor etwa acht Jahren auf Spurensuche ging. Und immer wieder treffe ich in meinen Seminaren und Vorträgen auf Menschen, die noch nichts davon gehört haben, dass sie es sind, die Mikroplastik in die Weltmeere spülen und das auf den Feldern versprühte Glyphosat abbekommen.

Hätte ich eine Wunderlampe und damit drei Wünsche frei, würde ich mir Folgendes wünschen:

Politiker mit einem großen grünen Herz fürs Leben.

Menschen in der Politik, die der Lebenswelt des Otto-Normalverbrauchers einfach viel, viel näher sind und wissen, worum es im Alltag tatsächlich geht.

Tja, und last but not least 1000 weitere Wünsche, sollte ich irgendwas vergessen haben, um diese Welt grüner und solidarischer werden zu lassen.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, außer einer wichtigen Sache. Wir alle dürfen nicht aufgeben. Wir müssen dranbleiben und uns weiterhin aktiv an einer Veränderung beteiligen. Bei Wahlen, Demonstrationen, Bürgergesprächen, in Ehrenämtern und durch politisches Engagement. Und das gilt auf europäischer Ebene als auch in Deutschland.

Denn Politik geht uns alle an.

***

Und zu guter Letzt folgt noch deine neue Frage an mich:

So, liebe Alex. Ich bin spät mit meiner Antwort auf deine Frage. Es ist mir aber auch wirklich schwer gefallen, weil ich inzwischen nicht mehr allzu viel von Politik erwarte. Ich möchte jetzt Veränderung und daher fange ich bei mir an. In meinem Alltag und der Umwelt, die mit mir konfrontiert ist.

So bin ich vor einiger Zeit auch umgestiegen auf meine Barfußschuhe, nachdem meine Schuhe durch waren. Noch ist irgendwie jeder Schuh Sondermüll und barfuß laufen wäre die Alternative. Doch das geht nicht bei jeder Wetterlage und mir gelingt es auch nicht bei jedem Untergrund. Dennoch gehe ich Kompromisse ein und laufe meine Schuhe eben auf, bis sie nicht mehr gehen. Auch wenn sie Mikroplastikteilchen durch den Abrieb verlieren. Was ist deine Einstellung zu dieser Thematik? Gerade bei meiner Sportkleidung fällt mir das Dilemma so massiv auf, da jeder Waschgang meiner Laufhose oder Sportoberteile zu Mikroplastik beitragen. Aufbrauchen oder ersetzen, liebe Alex?

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Ein Kommentar bei „Liebe Politik, wir wollen die Revolution des gesunden Menschenverstandes!“

  1. […] das ist ja mal eine wunderbare Frage der Nachhaltigkeit. Und eine, die gerade sehr gut zu den Gedanken in meinem eigenen Kopf und zum letzten Thema auf […]

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