Gua Sha mit Flusskiesel statt Rosenquarz – So bekämpfst du Kinderarbeit und Sklaverei

Gua Sha mit fairem Flusskiesel statt Rosenquarz gegen Kinderarbeit und moderne Sklaverei

Egal in welchem Magazin man gerade blättert, durch welches Social Media Profil man sich scrollt und in welchem Drogeriemarkt man stöbert. Gua Sha ist in aller Munde und der asiatische Beauty Trend boomt bereits lange genug, dass Discounter und Fast Fashion-Ketten Gua Sha-Zubehör in ihr Billig-Sortiment aufgenommen haben. Aber zuerst mal ganz von vorne.

Was ist Gua Sha überhaupt?

Bei der Gua Sha-Gesichtsmassage wird mit einem speziell geformten Stein eine Art Lymphdrainage durchgeführt. Durch gezielten Druck entlang anatomisch festgelegter Bahnen sollen so Schwellungen abgebaut, die Kollagenproduktion angekurbelt, Fältchen vorgebeugt und sogar gemildert werden. Klingt doch schon mal nicht schlecht, oder? Doch wie Vieles hat leider auch der Gua Sha-Trend eine ziemlich dunkle Seite und die heißt Kinderarbeit und moderne Sklaverei. Aber warum überhaupt?

Beim Abbau von Rosenquarz ist Kinderarbeit an der Tagesordnung.

Das große Problem liegt in der Herkunft der Kristalle, die dann meist in China oder Indien zu Gesichtsrollern und Gua Sha-Steinen weiterverarbeitet werden. Im Fall von Rosenquarz findet der Abbau hauptsächlich in Madagaskar statt, einem armen Land vor der Ostküste Afrikas. Vor Ort-Recherchen der engagierten Journalistin Nadja Mitzkat konnten nun zeigen unter welchen Arbeitsbedingungen Menschen für unsere Schönheit ihr Leben riskieren. Von fehlender Schutzausrüstung, Niedriglöhnen bis hin zur Kinderarbeit. Verstöße gegen Menschenrechte, Unfälle und sogar Todesfälle sind in und rund um die Rosenquarzminen an der Tagesordnung, und Händler und Shops tun ihr Möglichstes um diese Missstände nach außen zu verschleiern.

Ich hab ganz zufällig die aufwühlende Doku zum Thema gesehen und war total entsetzt. Einmal wieder, denn schon beim Thema Glitzer musste ich mir erst mal unser aller Rolle im Drama eingestehen, dazulernen und anders machen. Und weil ich die grundsätzlich Idee und Technik der Gesichtsmassage trotz allem überzeugend finde, hab ich mir einfach eine faire Alternative zu Rosenquarz und Co. überlegt, und zwar Flusskiesel.

Bei mir gibt’s Flusskieselsteine statt Rosenquarz.

An meinem Lieblingsfluss der Isar gibt es unzählige Kieselsteine in allen Formen und Farben. Und nur einen gemütlichen Spaziergang später hatte ich die Hosentaschen voller hübscher, potentieller Massagestein-Kandidaten. Also besser geht es ja wohl kaum, oder? Und auch nicht kostengünstiger, ganz ohne, dass dafür andere Menschen leiden müssen. Bleibt nur noch die Frage, ob ein Flusskiesel einem „Heilstein“ das Wasser reichen kann? Dazu meine klare Antwort als Naturwissenschaftlerin: Ja! Die Wirkung sogenannter „Heilsteine“ konnte nämlich bislang keine wissenschaftliche Studie nachweisen. Sorry liebe Hildegard (von Bingen). In diesem Sinne…

Fröhliche Suche nach eurem perfekten Gua Sha-Stein!

***

Schreibe einen Kommentar