Glitzer – Nachhaltige Alternativen wie Ökoglitzer statt Mikroplastik

Glitzer- Der schöne Schein des Mikroplastik und nachhaltige Alternativen

Wir Menschen LIEBEN Glitzer! Egal, ob Groß oder Klein. Überall glitzert und schimmert es in allen Farben des Regenbogens. Mal dezent und mal üppig, aber niemals bescheiden.

Mit Glitzer wird eindeutig geklotzt, nicht gekleckert.

Und das in allen Lebenslagen, vom gewöhnlichen Wochentag bis zur Karnevalsparty oder dem hippen Sommerfestival. Begeistert verteilen wir die winzigen Glitterpartikel auf unserer Haut, unsere Kleidung und Accessoires sind mit Glitzer bedruckt und beklebt, Bilderrahmen, Kerzenleuchter und Co. funkeln im Sonnenlicht um die Wette, und in den Kindergärten dieses Landes vergeht wohl kaum ein Tag ohne den großzügigen Einsatz des Glitzerstreuers. „Ist doch super!“ werdet ihr jetzt vielleicht sagen. Theoretisch ja, wäre da nicht dieses kleine unschöne Detail.

Herkömmlicher Glitzer ist in den meisten Fällen nichts anderes als hübsches Mikroplastik!

So, jetzt ist es raus. War euch das bewusst? Und sobald ihr dann euer Gesicht wascht, das Glitzerhaarspray ausbürstet oder das Kinderkunstwerk zu stark bewegt landet dieses glitzernde Mikroplastik im Wasser oder in unseren Böden. Und da bleibt es für sehr, sehr lange Zeit. Wenn es nicht vorher Teil der Nahrungskette wird, denn Kleinstorganismen und Fische verwechseln die Glitzerpartikel mit ihrer natürlichen Nahrung oder atmen sie ein. Das ist ziemlich schlecht für Plankton und Co., Mikroplastik führt im Organismus der Kleinen nämlich zu entzündlichen Prozessen im Gewebe oder zum Tod. Und nicht weniger schlecht ist es für uns selbst, denn unser Plastik kommt über kurz oder lang zu uns zurück. Als leckerer Fisch oder Meeresfrüchteplatte.

Plastik in der Umwelt und im Körper. Und das alles für ein bisschen schönen Schein?

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Einige Fakten zu konventionellem Glitzer:

  • das meistverwendete Trägermaterial ist PET (Polyethylenterephthalat) aus Erdöl, einem fossilen Brennstoff
  • alternative Träger sind hauchdünne Metalplättchen
  • der Träger wird mit Aluminium und anderen synthetischen Farben und Lacken beschichtet
  • für den Abbau von Aluminium im Tagebau in den Tropen wird Regenwald gerodet und die Abfallprodukte (Rotschlamm) verursachen schwere Umweltschäden
  • Aluminium gilt als potentiell krebserregend
  • auch die Bestandteile der Farben und Lacke sind teilweise gesundheitlich bedenklich
  • Konventioneller Glitter ist für die Filtersysteme der meisten Kläranlagen zu klein
  • Konventioneller Glitter ist biologisch NICHT abbaubar

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Ökoglitzer - die nachhaltige Alternative zu Glitzer als Plastik

Tja, nicht wirklich gut, oder? Und was jetzt? Ganz einfach: Ökologische Alternativen zu herkömmlichem Glitzer nutzen und auf zertifizierte Naturkosmetik zurückgreifen. Doch das Wichtigste ist und bleibt:

Weniger ist auch beim Glitzer mehr!

Selbst Ökoglitzer ist nämlich nicht ohne Einschränkungen empfehlenswert. Die bunten Beschichtungen aus Farben, Lacken und Aluminium bleiben leider auch in der Ökovariante fragwürdig, die Produktion ist extrem aufwändig und bei den natürlichen Trägermaterialien wie Cellulose oder Polymilchsäure (PLA, hergestellt aus Mais oder Zuckerrohr) gibt es zur Zeit noch kaum verlässliche Daten wie lange der vollständige Abbau in der Natur wirklich dauert. Im Fall von PLA kann das zum Beispiel ziemlich lange sein (Umweltbundesamt zu Bio-Kunststoffen).

Bleibt noch Glimmer (Mica) zu erwähnen, ein natürlich vorkommendes Mineral, das für einen zarten Schimmer- und Funkeleffekt in Lidschatten und Co. sorgt. Mein erster Gedanke war YEAH! Mineral klingt doch super! Naja, bis ich recherchiert habe, dass der größte Teil des Glimmerabbaus illegal stattfindet, und dass oft schon Kinder in den ostindischen Minen einen echten Knochenjob verrichten müssen. Ihr seht also…

Das mit dem Glitzer und der Nachhaltigkeit ist gar nicht so leicht!

Und darum kommt jetzt mein Fahrplan für euch:

#1 Entsorgen und unschädlich machen

Schmeißt euren konventionellen Glitzer, egal ob zum Basteln oder als Makeup in den (Rest)Müll. Das ist Verschwendung, ich weiß. Aber Mikroplastik im Restmüll kann nicht mehr in Wasser und Boden gelangen.

#2 Weniger ist mehr

Benutzt (Öko)Glitzerprodukte beim Schminken und Basteln bewusst und sparsam. Und keine Angst: Selbst glitzerbegeisterte Kinder verstehen das, sobald ihr euch die Mühe macht es ihnen zu erklären ;-).

#3 Ökoglitzer

Wenn schon Glitzer, dann biologisch abbaubar! Und den gibt es mittlerweile bereits von mehreren Herstellern und zum Teil sogar plastikfrei verpackt im Miniglastiegel. Nach dem Basteln und beim Abschminken (bitte mit Tuch statt Wasser) solltet ihr die Reste dennoch lieber im Restmüll entsorgen und nicht unter fließendem Wasser. Sicher ist sicher!

Shine on, ihr Lieben!

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Glitzer - Mikroplastik, Ökoglitzer und nachhaltige Alternativen

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