Moderne Sklaverei und was ich dagegen tun kann

Aktiv werden gegen moderne Sklaverei und Zwangsarbeit

Wer denkt Sklaverei ist doch nur etwas für die Geschichtsbücher, der irrt leider gewaltig. Internationale Arbeitsrechtsorganisationen schätzen, dass es nie mehr Menschen gab, die gegen ihren Willen arbeiten mussten, als heute. Und es wird noch unfassbarer:

Für jeden Deutschen arbeiten im Schnitt 50 Sklaven irgendwo auf der Welt*.

* diese schockierende Zahl ist eine Durchschnittszahl für Deutschland und stammt aus einem Zitat von Entwicklungsminister Gerd Müller. Laut Ministerium ist der Ursprung der Zahl ein Buch von Prof.Dr.Ing. Evi Hartmann mit dem Titel „Wie viele Sklaven halten Sie? Über Globalisierung und Moral“. Übrigens: Auf Slaveryfootprint könnt ihr euch euren persönlichen Anteil berechnen lassen.

Weltweit sind heute um die 40 Millionen Menschen von Zwangsarbeit betroffen, und zwei Drittel davon sind Frauen und Mädchen. Diese modernen Arbeitssklaven schrauben unsere Handys zusammen, sie nähen unsere T-Shirts, fertigen Spielzeug und Wohnaccessoires, und sie arbeiten in der Zwangsprostitution. Doch wie ist das überhaupt möglich?

Wie können Menschen im 21. Jahrhundert noch zu Arbeit gezwungen werden?

Die Instrumente moderner Sklaverei sind heute noch so effektiv wie damals, und fast immer haben sie mit einem starken Machtgefälle in Gesellschaften zu tun. Dabei werden strategisch Frauen, Kinder, Minderheiten oder vermeintlich niedrig stehende Gruppen einer Gemeinschaft unterdrückt und ausgebeutet. Zum Beispiel durch Zwangsheirat, Kinderarbeit, Schuldknechtschaft oder durch Arbeit als politisches und religiöses Erziehungsmittel (siehe Uiguren in China).

Und selbst mitten unter uns werden Menschen noch zu Arbeit gezwungen, und zwar auf Feldern, in Schlachthöfen und im Baugewerbe. Und spätestens JETZT kommen wir alle ins Spiel, denn die bittere Wahrheit ist, dass wir durch Geiz ist geil und Billigpreise für Textilien, Lebensmittel, Technik und Co. massiv von der globalen Zwangsarbeit profitieren. Jeder einzelne von uns.

Unser moderner Lebensstil wäre ohne Sklaverei undenkbar.

Oder anders gesagt: Könnten alle Menschen weltweit frei wählen, und würden für ihre Arbeit fair entlohnt, so könnten wir uns nicht ansatzweise den Luxus leisten, den wir Tag für Tag genießen dürfen.

Und was ist nun die Konsequenz aus dieser Einsicht? Wollen wir wirklich eine Welt ohne Sklaverei und Ausbeutung, dann ist es unabdingbar bewusst und fair einzukaufen, und die Preise in den Läden kritisch zu hinterfragen. Zumindest solange es noch keine ausreichende gesetzliche Grundlage* gibt, die Fairness und globale Gerechtigkeit garantiert.

*Ein erster politischer Schritt in diese Richtung ist das neue deutsche Lieferkettengesetz. Ab 2023 werden zunächst große Unternehmen (ab 3000 Mitarbeiter) verpflichtet auch bei ihren Direkt-Lieferanten im Ausland die Einhaltung von Umweltstandards und Menschenrechten zu gewährleisten. Das Gesetz ist bei weitem noch nicht perfekt, aber dennoch ist es ein Meilenstein hin zu mehr Verantwortung und Handel auf Augenhöhe.

Und das kann ich gegen moderne Sklaverei tun:

  • fair kaufen und auf entsprechende Siegel achten
  • lieber weniger und hochwertig kaufen statt viel und billig
  • aktiv werden für Menschenrechte und eine gerechte Migrationspolitik

Eines steht jedenfalls fest: Die Zeit ist überreif für mehr Verantwortung und Handel auf Augenhöhe, und faire und global gerechte Preise haben das Potential unser gesamtes System zu verändern. Grundlegend und nachhaltig. Denn Schokolade bekommt definitiv einen bitteren Beigeschmack, wenn vielleicht Kinder auf den Kakao-Plantage schuften mussten, oder? Da hilft dann auch der Schnäppchenpreis nicht weiter. Fairness und Gerechtigkeit lohnen sich IMMER!

Sagen wir gemeinsam NEIN zu Sklaverei!

Und JA zu mehr Gerechtigkeit!

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So wirst du aktiv gegen moderne Sklaverei und Ausbeutung.
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