Europawahl 2019: So wählt ihr den Klimaschutz

Europawahl 2019 Mit deiner Stimme den Klimaschutz wählen #voteclimate

Am 26. Mai ist Europawahl. Und? Wisst ihr schon, wen ihr wählen werdet oder seid ihr noch unentschlossen? Allen Unentschlossenen sei gesagt, ihr seid nicht allein. Und es gibt Hilfe da draußen! Schaut doch mal bei YourVoteMatters vorbei. Oder bei WahlSwiper. Diese einfach zu bedienenden Tools sind eine tolle, digitale Unterstützung bei der Meinungsbildung. Genau wie die Seite von Abgeordnetenwatch, wo Kandidaten zu aktuellen Fragen Stellung beziehen. Und vielleicht kann ich euch ja auch noch ein bisschen bei eurer Wahl helfen? Ich habe mir nämlich die Wahlprogramme der großen Parteien für euch genauer angesehen und sage euch kurz und knapp wie ihr mit eurer Stimme ein klares Zeichen für den Klimaschutz setzen könnt.

Eure Stimme für das Klima.

Warum ist das denn überhaupt so wichtig? Weil die Uhr für den Klimaschutz tickt und die nächsten vier Jahre entscheidend dafür sein werden, ob wir es als Gemeinschaft schaffen die Weichen in die richtige Richtung zu stellen. Schaffen wir es gegen den Klimawandel voranzuschreiten und unsere CO²-Emissionen konsequent zu verringern oder fallen wir weiter hinter unsere Ziele zurück? Wir stehen an einem Scheideweg und diese Europawahl ist wichtiger denn je. Das große Friedens-Projekt Europa ist wichtiger denn je. Nicht nur für das Weltklima.

Wenn 20% schreien „Wir sind das Volk“, dann müssen 80% zur Wahl gehen!

Ja, wir MÜSSEN wählen. Jeder Einzelne von uns! Wir müssen den Kräften der Spaltung und dem sich immer weiter ausbreitenden Populismus etwas entgegensetzen. Denn die Idee von Europa ist zu wertvoll um sie zu verlieren. Wir alle können Europa zu der Gemeinschaft machen, die wir uns wünschen. Wenn wir für unsere Werte laut werden und uns engagieren.

Die Europawahl ist unsere Stimme für Frieden und Klimaschutz.

Nutzt sie!

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Hier sind die prozentual größten Parteien für die Europawahl 2019 in alphabetischer Reihenfolge:

AfD

Fazit: Sorry! Für klar denkende und wissenschaftlich orientierte Menschen absolut nicht wählbar. Weder EU-weit noch national. Sie bezeichnet Klimaschutzpolitik als Irrweg.

  • bestreitet “Menschen gemachten” Klimawandel
  • lehnt sie das Pariser Klimaschutzabkommen ab
  • lehnt sämtliche Maßnahmen zur Reduzierung von CO² zum Schutz des Klimas ab
  • gegen Fahrverbote und Einschränkungen für Dieselfahrzeuge
  • gegen Förderung der E-Mobilität
  • gegen den Kohleausstieg und für Energiemix aus Kohle, Mineralöl, Erdgas, Wasserkraft und Kernkraft
  • gegen die Düngemittelverordnung. Die ist ein “Auswuchs ohne positiven Effekt auf die Umwelt”
  • will regionale Landwirtschaft stärken
  • gegen die Errichtung weiterer Nationalparks
  • für die Begrenzung von Wolfspopulationen

Bündnis 90 / Die Grünen

Fazit: Demokratische Partei mit klarem Klimaschutz- und Umwelt-Schwerpunkt

  • für stärkeres Klimaschutz-Engagement; Europa soll Vorreiter beim Klimaschutz werden
  • bekennt sich klar zum Pariser Klimaschutzabkommen
  • für CO²-Steuer
  • CO²-Emissionen sollen bis 2030 um mindestens 55% sinken (Vergleichswert 1990)
  • für die Energiewende: bis 2030 sollen 45% der Energie aus erneuerbaren Quellen stammen; bis 2050 energiepolitisch unabhängig mit 100% erneuerbaren Energien
  • für einen europäischer Stromverbund mit gemeinsamem Stromnetz
  • für die Verkehrswende: mehr klimafreundliche Autos, mehr Radverkehr, mehr ÖPNV (öffentlicher Personennahverkehr)
  • Ab 2030 EU-weit nur noch abgasfreie Neuwagen zulassen
  • für vollständiges Verbot von Mikroplastik und dieEinführung eines europaweites Pfandsystem
  • für Abschaffung von Massentierhaltung
  • für die Stärkung kleiner Bauern
  • weniger Subventionen für konventionell wirtschaftende Großbetriebe

CSU/CDU

Fazit: Demokratische Partei allerdings Klimaschutz immer nur in Abwägung gegen wirtschaftliche Interessen. Bisherige Entscheidungen der EVP im EU-Parlament: Nur 13% der CDU stimmten in der letzten Legislatur für Klimaschutzprojekte. Bei der CSU waren es 12%. 

  • bekennt sich klar zum Pariser Klimaschutzabkommen
  • für globale Bepreisung der Treibhausgasemissionen
  • für die Förderung erneuerbarer Energien
  • für die Verbesserung der europäischen Stromnetze
  • für eine verstärkte Nutzung der E-Mobilität, des ÖPNV und der Schiene
  • trotz allem stets ein klarer Wirtschafts-Schwerpunkt
  • Umwelt und Nachhaltigkeit spielen im Wahlprogramm kaum eine Rolle

FDP

Fazit: Demokratische Partei mit Wirtschaftsschwerpunkt. Die Klimakrise soll nicht durch Regeln, sondern durch Innovationen gelöst werden. In der vergangen Legislaturperiode stimmten lediglich 14% der FDP-Abgeordneten für Klimaschutzprojekte.

  • bekennt sich klar zum Pariser Klimaschutzabkommen
  • für die Bepreisung von CO²-Emissionen
  • für den weltweiten Emissionshandel und die Ausweitung auf andere Bereiche wie Landwirtschaft, Wärme und Verkehr
  • ab 2050 keine fossilien CO²-Zertifikate mehr
  • für die Förderung CO²-sparender Innovationen und die Finanzierung von europäischen Forschungsprojekten
  • für den Ausbau transeuropäischer Stromnetze
  • Nicht erreichte CO²-Einsparungsziele sollen von Mitgliedsländern gegen die Finanzierung von CO²-Einsparungen in Ländern außerhalb der EU verrechnen werden können
  • Treibhausgase sollen global reduziert werden; oft ließe sich außerhalb der EU viel kostengünstiger und schneller CO² Einsparen als Zuhause.

Linke

Fazit: Demokratische Partei mit klaren und ambitionierten Klima- und Umweltzielen

  • bekennt sich klar zum Pariser Klimaschutzabkommen
  • für eine Kohlenstoffsteuer (Carbon-Tax) für die Industrie
  • gegen Emissionshandel (gescheitert)
  • bis 2030 mindestens 65% weniger Treibhausgase; bis 2050 dann 95% (Vergleichswert 1990)
  • für sofortigen Kohlausstieg bis zum Jahr 2030
  • für europaweiten Ausbau erneuerbarer Energien durch Bürgerstrom und Genossenschaften (statt Großkonzerne): bis 2040 soll der Strom zu 100% erneuerbar sein
  • gegen Atomkraft und Fracking
  • für Ausbau des ÖPNV
  • für kostenlosen ÖPNV
  • für autofreie Innenstädte
  • für mehr Güterverkehr auf der Schiene
  • für die Förderung nachhaltiger und regionaler Landwirtschaft
  • für die Schaffung eines europäischen Naturschutzfonds zur Unterstützung von NATURA 2000
  • gegen kommerziellen Walfang
  • für EU-weite Richtlinien zum Biotopschutz
  • für das Verbot von Kryptowährungen aufgrund des enormen Energieverbrauchs

SPD

Fazit: Demokratische Partei mit klaren Klima- und Umweltzielen

  • bekennt sich klar zum Pariser Klimaschutzabkommen
  • für CO²-Steuer bzw. Bepreisung von CO²
  • für Emissionshandel
  • bis 2030 45% weniger Treibhausgase in Europa; bis 2050 „Treibhausgasneutralität“
  • für europaweite Energiewende mit Ausbau erneuerbarer Energien
  • für europaweiten Atomausstieg
  • für den Aufbau der europäische Stromnetze und EU-weiten von Energiespeichersystemen
  • für massiven Ausbau des ÖPNV
  • für klimafreundlichen Güterverkehr
  • für Gleichberechtigung aller Mobilitätsformen mit Bevorzugung grüner Mobilität
  • für die Förderung alternativer und emissionsarmer Antriebe bei Schiffs- und Flugverkehr
  • für Reduzierung von Plastikmüll: bis 2030 um 50%
  • für die Förderung nachhaltiger und biologischer Landwirtschaft
  • keine Subventionen für landwirtschaftliche Betriebe, die ökologische, soziale oder arbeitsrechtliche Standards verletzen
  • für Verbot von Glyphosat und Prüfung aller Neoniktinoide
  • gegen eine Landwirtschaft ausschließlich für den Weltmarkt
  • für klare Lebensmittelkennzeichnung
  • für europaweite Lebensmittelampel

Und denkt immer daran: Wählen ist hart umkämpftes ein Privileg.

Auch die Europawahl…

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Europawahl 2019: #voteclimate so wählt ihr den Klimaschutz

Und weil es das größte Privileg ist, überhaupt die Wahl zu haben, ist dieser Beitrag Teil der Blogparade #DHMDemokratie

3 Kommentare bei „Europawahl 2019: So wählt ihr den Klimaschutz“

  1. […] livelifegreen: Europawahl 2019: So wählt ihr den Klimaschutz // @livelifegreen_m (21. Mai […]

  2. Liebe Alex,

    ein herzliches Dankeschön dafür, dass du erneut bei einer Museumsblogparade – hier #DHMDemokratie – dabei bist. Das Klima geht uns alle an, von daher fand ich deine Aufstellung der Parteiprogramme für die Europawahl 2019 persönlich sehr hilfreich. Mit meiner 10-jährigen diskutiere ich gerade viel darüber, für sie ist auch klar, wen wir zu wählen haben. Demnach dürften sich die „etablierten Volksparteien“ sehr warm anziehen. Die Jungen, die irgendwann wählen werden, dürften in den nächsten 2-8 Jahren, einiges durcheinanderwirbeln, vor allem wenn man sich den Umgang der Politiker mit „Fridaysforfuture“ oder auch mit den Auslassungen zur EU-Urheberrechtsreform bzw. Upload-Filtern und Co. anschaut.

    #Rezo ist ein Beispiel, wohin es gehen kann. Gestern ging zur Blogparade dazu ein sehr spannender Beitrag ein http://verenacarl.de/gewaltig-ey-rezo-und-die-demokratie

    Dir jedenfalls nochmals ein ganz herzliches Dankeschön fürs Mitmachen!

    Alles Liebe,
    Tanja von KULTUR – MUSEUM – TALK

    1. Alexandra Achenbach sagt: Antworten

      Sehr sehr gern geschehen ;-)!
      Alles Liebe und bis zum nächsten Mal
      Alex

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