Nachhaltige Schwimmhilfen, grünes Sommer-Spielzeug und mehr

Nachhaltige-Schwimmhilfen, Badespielzeug und mehr

Schon komisch, oder? Es ist Sommer, alle sind draußen unterwegs und genießen die wunderbar wärmenden Sonnenstrahlen. Und ich sehe überall nur Plastik. Da wären diese ach so praktischen Snack- und Mitnehmpacks, Picknickgeschirr zum Wegwerfen, Eis am Stiel samt Plastikhülle, vollsynthetische Badeklamotten, Schwimmhilfen und natürlich jede Menge Spielzeug für Schwimmbad, Strand und Meer. Wie selbstverständlich ist all das aus Plastik! Na klar. Woraus sonst, oder?

Auch wir haben die letzten zwei Wochen im Urlaub täglich unsere Picknickdecke (aus Polyesterfleece), die Poolnudeln, Schwimmflügel, Wasserpistolen und Unmengen an Sandspielzeug zwischen Pool, Strand und Häuschen hin und her geschleppt. In einer riesigen Ikea-Tüte. Hhhmmmmm.

Und da sitzt man dann. In einem Berg aus Plastik.

Zu Hause im Schwimmbad das gleiche Spiel. Quietsch buntes Plastik, wohin man nur schaut. Und das schlimmste daran ist, dass vieles davon nach kürzester Zeit im Müll landet. Sogar Schwimmhilfen und Bade-und Sandspielsachen halten oft nur wenige Saisonen (manchmal sogar nur eine!). Echt jetzt? Ist DAS der Sommer?

Sonne, Strand und Plastik-Müll?

Wir haben beschlossen die Weichen bei uns in eine andere Richtung zu stellen. Das bedeutet jetzt nicht, dass alles aus Plastik einfach rausfliegt, keine Angst. Nachhaltig wäre das ja nicht gerade. Wir werden es nur nach und nach durch bessere Alternativen ersetzen.

Bei Schwimmhilfen, Sommerspielzeug und Co. bedeutet das leider nicht immer eine Lösung ohne Plastik. Man kann jedoch darauf achten langlebige Dinge von guter Qualität zu kaufen und natürlich kann man das ein oder andere auch grundsätzlich in Frage stellen.

Ein bisschen mehr Minimalismus kann unserem Badesack jedenfalls NICHT schaden!

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Schwimmhilfen

Fangen wir mal mit etwas an, das unverzichtbar für Familien mit kleinen Kindern ist. Schwimmhilfen wie Schwimmflügel, -Gürtel, Poolnudeln und Schwimmbretter. All das hilft unseren Kleinen nicht nur beim Schwimmenlernen, es bedeutet Sicherheit und ist im Wasser lebenswichtig. Trotzdem gibt es große Unterschiede, was die Nachhaltigkeit und Gesundheitsverträglichkeit der einzelnen Produkte angelangt. Wer will zum Beispiel schon giftige Weichmacher auf der Haut seines Kleinkinds?

Die Lösung sind nachhaltige Schwimmflügel aus Baumwolle, die punkten nämlich bei Gesundheit UND Umweltschutz (Ökotest „sehr gut“). Hä, wie soll das denn gehen, werdet ihr jetzt bestimmt fragen. Es geht! Gut sogar. Der Stoff ist so dicht gewebt, dass er im nassen Zustand absolut dicht hält. Nur die Handhabung ist anfangs etwas ungewohnt, da es kein Ventil zum Aufpusten gibt. Aber Übung macht den Meister und nach einer Weile ist das überhaupt kein Problem mehr.

Fast so gut schneiden Schwimmhilfen aus hochverdichtetem EVA-Schaum (Ethylen-Vinylacetat) ab. Meist findet man dieses Material als Schwimmbrett, -Gürtel oder Schwimmscheiben. Es enthält keine Weichmacher und gilt als besonders hautschonend. Außerdem sind solche Schwimmhilfen aus Schaum sehr langlebig und haltbar und können auch ohne weiteres gebraucht auf dem Flohmarkt oder Basar gekauft werden. Das klingt doch gut, oder? Für Umwelt UND Geldbeutel. Je länger ein Gegenstand in Gebrauch bleibt, umso besser ist seine Gesamtbilanz von Energieaufwand, Rohstoffeinsatz und Arbeitsleistung.

Badespielzeug

Bade- und Wasserspielzeug ist mit Sicherheit nicht so wichtig wie eine gute Schwimmhilfe, so viel ist klar. Dennoch sind im Sommer die aufblasbaren Einhörner, Brezn, Krokodile, Haie und Wasserpistolen allgegenwärtig. Besonders Wasserbomben scheinen diese Saison ein Revival zu erleben, gepaart mit Plastik-Auffüllhilfen, die 30 und mehr Ballons gleichzeitig mit Wasser versorgen können. All das macht richtig Spaß, keine Frage, aber nachhaltig ist so gut wie nichts davon. Wer räumt schon die Ballon-Reste aus Kunststoff wieder auf, wenn die Wasserschlacht vorbei ist? Oder wer flickt das Loch in der dünnen Plastikhülle seines Orcawals? Niemand, oder? Und DA beginnt das Problem. Der kurze Spaß hat nämlich für unsere Umwelt langandauernde Folgen. Für mehr Nachhaltigkeit hilft da nur eines: Verzicht. Und damit der nicht so weh tut haben wir unsere (Jahrzehnte) alte Baumwoll-Luftmatratze wieder ausgegraben. Könnt ihr euch erinnern? So eine aus den Siebzigern? Eine Seite blau und die andere weinrot? Genau DIE! Die ist nämlich unglaublicherweise immer noch dicht und das tollste daran ist, man kann sie reparieren. Das haben früher übrigens alle so gemacht. Wenn ein Loch drin war, gab’s nen Fahrradflicken drauf und weiter ging die Wasserspaß. So einfach und nachhaltig. Wer jetzt nicht das Glück hat und eine alte Retro-Luftmatratze im Keller oder Speicher findet, keine Panik. Die bekommt man heute noch im Campingausrüster eures Vertrauens zu kaufen.

Ansonsten kann man beim Badespielzeug ganz leicht einiges improvisieren. Alte und gebrauchte Messbecher, Töpfe, Nudelsiebe und ausrangierte Vorratsdosen finden die meisten Kinder nämlich genau so lustig wie spezielles Wasserspielzeug. Und eine leere Zahnpastatube oder Shampooflasche (es sei denn ihr benutzt nur noch Haarseife und selbstgemachte Zahnpasta ;-)) verwandelt sich in Kinderhänden im Nu in eine Upcycling-Wasserpistole.

Sandspielzeug

Der Improvisationsgedanke funktioniert ebenfalls in der Matschküche oder im Sandkasten. Wer braucht schon Förmchen und Co., wenn er eine coole Schöpfkelle haben kann? Und selbst konventionelles Sandspielzeug aus Plastik ist nicht so schlecht wie es vielleicht auf den ersten Blick wirkt, solange man beim Kauf einige wichtige Punkte beachtet. Unsere Sandausrüstung zum Beispiel ist größtenteils vom Flohmarkt, hält schon ein wahre Ewigkeit und wird später weiter vererbt werden, da bin ich sicher. Warum? Weil wir auf robuste Qualität „Made in Germany“ geachtet haben und das zahlt sich aus. Für die Gesundheit (Stichwort BPA) und für die Umwelt. Klar, sind neue Sandspiel-Sets für ein paar Euro günstig zu haben, aber der Preis ist trotzdem hoch, wenn die Sachen dann nach kürzester Zeit zu Bruch gehen und im Müll landen.

Und noch ein kleiner Tipp: Selbst im kleinsten Urlaubsgepäck hat eine wohl überlegte Auswahl an Spielzeug Platz. Das spart nicht nur Geld, sondern erspart dem Urlaubsort zudem tausende von Eimern, Förmchen und Schaufeln, die nach kurzer Benutzung irgendwo liegen bleiben.

Picknick, Eis und Co.

Hier geht es wohl am schnellsten und am einfachsten einen großen Unterschied in der Menge an Plastik-Müll zu machen. Mit eine Kombination aus bewusstem Konsum und Verzicht. Eis gibt es bei der Eisdiele um die Ecke und aus der Waffel statt im Schwimmbad, Getränke kommen aus der Mehrweg-Trinkflasche und werden mit Leitungswasser wieder aufgefüllt und beim Rest helfen mitgebrachte Utensilien. Die müssen auch gar nicht neu und teuer sein. Ein einfaches Einmachglas leistet nämlich genau so großartige Dienste wie die schicke Edelstahlbox (Mehr praktische To-Go-Ideen gibt’s hier). Selbst Feiern und Kindergeburtstage lassen sich wunderbar ohne Plastikmüll gestalten, wenn man nur will. Und keine Angst, der logistische Aufwand hält sich wirklich in Grenzen.

Für den Transport von all dem hat unsere Ikea-Tüte übrigens ausgedient. Die wirkt zwar auf den ersten Blick wahnsinnig praktisch. Auf den zweiten ist sie allerdings eine riesige Umweltsauerei, denn sie beginnt sich nach einiger Zeit in ihre Bestandteile aufzulösen. Das bedeutet im Klartext, dass man überall, wo man geht und steht, kleine Folien-Bruchstücke aus Plastik verliert. Am Strand, im Park, am Fluss… Nicht wirklich gut, oder? Ich jedenfalls war total entsetzt als ich das entdeckt habe und deshalb transportieren wir jetzt einfach alles in einem großen Baumwollsack und die Tüte(n) wandert in den Müll.

Das einzige, wofür wir bislang keine richtige Lösung gefunden haben ist unsere Picknickdecke. Gerade, wenn der Boden noch kühl und feucht ist, reicht mir persönlich ein dünnes Tuch als Unterlage nicht aus. Was benutzt ihr denn? Habt ihr vielleicht eine nachhaltige und erprobte Idee für uns? ++++Update: Hier kommt unsere neue nachhaltige Picknickdecke++++

Na dann, genießt euren Sommer. So plastikfrei wie möglich!

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