Nachhaltig und klimaschonend gärtnern mit torffreier Blumenerde

Blumenerde-torffrei und nachhaltig

Es ist Frühling und ich bin in Gärtner-Laune. Am liebsten würde ich sofort losziehen, Blumenerde und Pflanzen kaufen, unsere Balkonkästen neu bepflanzen und unseren Vermieter zu ein paar selbstgebauten Gemeinschafts-Hochbeeten im Innenhof überreden. Ein bisschen Urban Gardening kann ja nie schaden, oder? Dann mal los, mein grüner Daumen braucht nämlich ganz dringend Auslauf. Aber zu allererst dürfen unsere Zimmerpflanzen in frische Erde und größere Töpfe umziehen und wir machen neue Samenbomben. Auf geht’s also ins nächste Gartencenter (oder während Coronazeiten ins Internet zum lokalen Online-Shoppen).

Nachhaltige Blumenerde. Klingt nach einer eher schlichten Aufgabe, oder?

Im Laden angekommen stellt sich die Auswahl der richtigen Erde dann doch als etwas anspruchsvoller heraus. Eine ganze Abteilung voll mit verschiedensten Erden-Sorten für unterschiedliche Pflanzen, für Garten, Balkon oder fürs Zimmer. Und sogar extra schwarze Graberde gibt es hier zu kaufen (was ich ein bisschen schräg fand ;-)). Und welche Blumenerde ist nun die Richtige? Was wäre eine nachhaltige Wahl?

Nach einer kleinen Recherche bin ich etwas schlauer. Wer nachhaltige und umweltfreundliche Blumenerde sucht, der sollte auf jeden Fall auf das kleine Wörtchen „torffrei“ achten.

Was ist Torf überhaupt und was hat der in meiner Blumenerde zu suchen?

Unter geeigneten Bedingungen entsteht Torf in Mooren beim natürlichen Abbau von pflanzlichem Material. Weil sowohl der Sauerstoffgehalt als auch der pH-Wert im Moor niedrig sind, geht dieser Abbau nur sehr, sehr langsam und oft unvollständig vonstatten. Torf ist deshalb, kurz gesagt, ein saures, nährstoffarmes Pflanzenfasergemisch, das wir Menschen seit langem abbauen und als Brennstoff oder für Moorbäder nutzen. In unserer Blumenerde soll dieser faserige Bestandteil helfen Wasser zu binden, den pH-Wert des Bodens leichter einzustellen oder er soll schlicht für eine bessere Durchlüftung sorgen. Aber Torf ist (nicht nur) in Pflanzerde zu Recht sehr umstritten, schließlich müssen für dessen großflächigen Abbau Feuchtgebiete trocken gelegt werden.

Torffreie Pflanzerde schützt Moore und das Klima

Der Torfabbau zerstört in Minuten was Mutter Natur in Jahrtausenden langsam entstehen ließ.

Denn Moore sind nicht nur einfach Matsch. Sie sind artenreiche und wertvolle Ökosysteme, die enorme Mengen an klimaschädlichem Kohlendioxid dauerhaft binden können und die Wasser speichern wie ein Schwamm. Moore schützen uns so auf natürliche Weise vor Hochwassern und Überschwemmungen. Das alles opfern wir freiwillig für ein bisschen mehr Luft im Boden? Nicht wirklich schlau, oder? Vor allem weil Torf in Blumenerde ganz leicht durch andere und nachhaltigere Bestandteile ersetzt werden kann. Durch Holz- oder Rindenfasern zum Beispiel, die in der Holzindustrie allemal als Abfall anfallen. Doch als Verbrauer haben wir eine Wahl und mit torffreier Erde ist man immer auf der nachhaltigen Seite.

Torffreie Blumenerde schützt Moore und das Klima.

Sie besteht aus nachwachsenden und umweltfreundlichen Rohstoffen wie zum Beispiel aus Kompost, und bringt so auf natürlichem Wege viele wertvolle Nährstoffe mit, die dem Torf fehlen und künstlich zugesetzt werden müssten. Doch es geht auch noch grüner. Wer auch bei Pflanzerde kurze Transportwege und Plastikfreiheit schätzt, der sollte sich an seinen örtlichen Wertstoffhof wenden.

Viele Kommunen bieten eigene Erde aus Biomüll zum Verkauf an. Regional und nachhaltig.

Das Tollste daran ist, dass man einfach seine Blumentöpfe, Eimer oder Babybadewannen mitnehmen kann und so die Plastikverpackung sparen kann. So steht dem nachhaltigen Gärtnern wirklich nichts mehr im Wege und mein grüner Daumen durfte sich jetzt erst mal an unseren Bananen, Aloe und Co. austoben. Mit torffreier Blumenerde aus Münchner Biomüll.

Deshalb Augen auf beim Erdenkauf.

Mit torffreier Blumenerde liegt ihr immer richtig!

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Pinterest-Pin: Nachhaltig gärtnern mit torffreier Erde

4 Kommentare bei „Nachhaltig und klimaschonend gärtnern mit torffreier Blumenerde“

  1. Na, siehste mal. 🙂 Wieder was dazu gelernt. Achtsamkeit und Nachhaltigkeit sind durchaus Thema bei mir. Zwar nur am Rande auf dem Blog, aber grundsätzlich zieht sich das durch alle Lebensbereiche.
    Freut mich sehr heute Deine Bekannstschaft gemacht zu haben. Ich hoffe, wir laufen uns mal wieder über den Weg und haben dann vielleicht auch etwas länger Gelegenheit uns zu unterhalten.
    LG Sunny

    P.S.: Du denkst an das Double-opt-in für die Kommentare, nach DSGVO? 😉

    1. Hey liebe Sunny,
      Ja, das nächste Mal UNBEDINGT länger ;-)! Es war mir auch ein Vergnügen dich heute kennenzulernen und du weißt ja: Man sieht sich immer zweimal. Mindestens.
      Alles Liebe
      Alex
      P.s. Dein P.s. musst ich erst mal googeln :-D…

  2. Servus, ich wollte Dich gerade verlinken. Habe aber festgestellt, dass Du Deine Seite noch nicht auf https umgestellt hast. Das solltest Du vor dem endgültigen Inkrafttreten der DSGVO unbedingt machen.
    Eine Freunding von mir hat eine recht gute Aufstellung für WordPress Blogs gemacht, was in diesem Fall alles zu beachten ist.
    https://www.elablogt.de/2018/03/dsgvo-wordpress-blogger/
    Ich werde am Donnerstag nochmals im münchner Presseclub diesbezüglich auf einen Vortrag gehen und auch auf meinem Blog zeitnah darüber bereichten.
    LG sunny

    1. Oh Danke dir liebe Sunny.
      Ich schau mir den Link gleich mal an ;-)!
      Alles Liebe
      Alex

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