Plastikfasten und die erste Frage – Gibt es eigentlich auch gutes Plastik?

Gibt es gutes Plastik und böses Plastik?

Diese Woche war Aschermittwoch und damit der Start unserer Plastik-Fastenzeit. Zeit sich zu überlegen wie unser Plastikfasten nun eigentlich aussehen soll. Wollen wir die nächsten 40 Tage ganz strikt auf alle Kunststoffe verzichten oder muss man genauer hinsehen? Ist pauschal alles Plastik schlecht oder gibt es vielleicht auch gutes Plastik? Und welche Rolle spielt Kunststoff überhaupt in unserem Haushalt und in unserem Leben? Zeit für eine große Plastik-Inventur.

Plastikfasten Schritt 1: Die Bestandsaufnahme.

Ich mache mich also auf den Weg durch unsere Wohnung. Wow! Wir haben fast in jedem Schrank irgendetwas aus Kunststoff. Plastik ist wirklich überall. Im Musikschrank als CD, auf dem Schreibtisch als Stift, im Küchenschrank als Verpackung und Brotzeitdose, im Kleiderschrank als Fleecepullover, im Bad als Cremetube, an der Garderobe als Regenjacke und im Kinderzimmer als Spielzeug. Es ist verrückt wie viel in unserem Haushalt aus Plastik ist. Wie sollen wir denn all das durch Alternativen ersetzen? Gibt es überhaupt zu allem eine gute Alternative?

Und wohl am Wichtigsten: Macht es überhaupt Sinn allen Kunststoff loszuwerden? Vielleicht gibt es ja auch gutes Plastik?

Ich weiß, für alle Plastikfrei-Anhänger klingt diese Frage wahrscheinlich wie eine Provokation. Zumindest aber wohl ein wenig seltsam. Ich möchte sie trotzdem stellen. Sind denn unsere heißgeliebten Legosteine, die teilweise schon so alt sind wie ich selbst, wirklich so schlecht? Klar, sie sind eindeutig aus Plastik, aber sie sind so gut wie unkaputtbar und werden noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte in Benutzung sein. Auch meine CD Sammlung ist alles andere als ein Haufen von Wegwerfartikeln. Viele meiner Lieblingsplatten haben bereits mehr als ein Jahrzehnt auf dem Buckel. Bei uns finden sich auch Vorratsdosen in orange oder erbsgrün, die schon seit über 30 Jahren gute Dienste leisten.

Sind also solche langlebigen Alltagsgegenstände automatisch schlecht, nur weil sie aus Plastik sind?

Irgendwie glaube ich das nicht. Das ist mir zu einfach und zu schwarz-weiß. Für mich gibt es in dieser Frage auch grau. Und es gibt auch gutes Plastik oder zumindest besseres. Wem würde es denn überhaupt nützen, wenn wir all das wegwerfen würden um es durch Alternativen zu ersetzen? Ganz sicher dem Handel. Aber unserer Umwelt? Wohl kaum. Unsere ererbten Tupperdosen machen sich in unserem Küchenschrank auf jeden Fall besser als im Müll. Langlebiges aus Plastik wird also bei uns (erst mal) bleiben, so lange es seinen Zweck erfüllt. Das ist auch ein Weg um Plastikmüll zu sparen. Ist dann etwas unreparierbar kaputt, so werden wir versuchen es durch eine plastikfreie Alternative zu ersetzen.

Bei kurzlebigen Einmalprodukten aus Plastik und Verpackungen sieht die Sache schon ganz anders aus.

Unser Vorratsschrank und unser Bad sind voll von Kunststoffverpackungen, die manchmal bereits nach der ersten Benutzung im Müll landen. Oft ist die Lebensdauer solcher Produkte nur wenige Minuten. Eine riesige Verschwendung von wertvollen Ressourcen und Berge an Abfall. Also was tun? Hier ist meine Strategie ganz klar. Wir werden uns sehr große Mühe geben jegliches kurzlebige Verpackungsplastik zu vermeiden.

 

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Mein Fazit und (vorläufiger) Plastikfasten-Fahrplan:

  • Langlebiges aus Plastik bleibt solange bis es kaputt geht und nicht mehr zu reparieren ist.
  • Bei langlebigen Neuanschaffungen versuchen wir auf plastikfreie Alternativen auszuweichen.
  • Kurzlebiges aus Plastik wollen wir strikt vermeiden.

 


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2 Replies to “Plastikfasten und die erste Frage – Gibt es eigentlich auch gutes Plastik?”

  1. Mir geht es da ähnlich wie dir. Nach der Bestandsaufnahme war mir schwummerig, aber dann habe ich ebenfalls beschlossen, Altbewährtes so zu belassen und da bewusster hinzuschauen, wo es um kurzfristige Einkäufe geht. Dabei schaue ich, dass ich nur noch mikroplastikfreie Produkte Kaufe bzw. Produkte deren Verpackung zu 100% recyclebar ist. Danke für deinen Blog.
    Marion

    1. Hallo liebe Marion,
      da bin ich ganz bei Dir ;-). Man wirft oft viel zu schnell weg, ohne sich die Konsequenzen bewusst zu machen. Was hilft es nur noch Glas, Edelstahl usw. im Haus zu haben, wenn man dafür Berge an Plastikmüll produziert hat? Es gibt eben auch in diesem Punkt nicht nur schwarz und weiß.
      Schön, dass Dir mein Blog und Beitrag gefällt. Das freut mich wirklich sehr!
      Ganz liebe Grüße
      Alex

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