Monatshygiene ohne Müll – Zerowaste an allen Tagen

Monatshygiene ohne Müll mit Menstruationstasse und waschbaren Binden

Vorsicht liebe Männer. Bei livelifegreen geht es heute um ein reines Frauenthema. In diesem Blogpost dreht sich nämlich alles um den weiblichen Zyklus und um Monatshygiene ohne Müll. Warum? Weil es Zeit dafür wird!

Wir Mädels produzieren mit unseren Slipeinlagen, Tampons und Binden jede Menge Abfall. Und das Komische daran ist, dass wir es als eine völlig selbstverständliche Tatsache hinnehmen.

Ich für meinen Teil habe das zumindest niemals hinterfragt und bis zu meinem ersten Zyklus komplett ohne Müll hat es fast 40 Jahre gedauert. Schon verrückt, oder? Dabei ist es so unkompliziert! Es muss einem nur jemand erzählen. Und genau diesen Part übernehme ich jetzt und sorge damit hoffentlich dafür, dass eure Erleuchtung nicht so lange auf sich warten lässt wie meine eigene.

Der Schlüssel zu einer Monatshygiene ohne Müll sind nur zwei Dinge: Waschbare Einlagen und eine Menstruationstasse.

Beides sind langlebige Mehrweg-Produkte, die nach der Benutzung einfach gewaschen und wiederverwendet werden. Und wie klingt das in euren Ohren? Aber bitte ehrlich. Der Kommentar meiner Mutter dazu war nämlich im O-Ton „Und wann benutzt ihr jetzt wiederverwendbares Klopapier?“. Ich muss zugeben, dass auch ich die Vorstellung von waschbaren Menstruations-Utensilien noch vor einiger Zeit nicht gerade lecker gefunden hätte. Benutzte Monatshygiene ist im Mülleimer doch wunderbar aufgehoben, oder? Mit der Geburt meiner Kinder hat sich meine Einstellung allerdings grundlegend verändert. Nicht nur, dass ich heute (noch) viel größeren Wert auf Nachhaltigkeit lege als früher. Ich gehe auch mit meinem Körper sehr viel selbstverständlicher um und es gibt quasi kein körperliches Thema mehr, über das ich mich im Freundinnenkreis nicht austauschen würde. Das ist ein befreiendes Gefühl! Und ich hoffe, dass meine Tochter diese Freiheit viel früher in ihrem Leben genießen kann als ich. Denn unsere Menstruation sollte zu keinem Zeitpunkt ein Tabuthema sein. Im Gegenteil. Sie ist ein normales Gesprächsthema wie jedes andere auch. Ohne Naserümpfen und ohne Peinlichkeit. Warum sollten wir Frauen Werbeslogans mehr vertrauen als unserer Familie und unseren Freunden?

„Die Geschichte der Menstruation ist eine Geschichte voller Missverständnisse.“

Ja, genau. Und das größte Missverständnis für mich ist, dass wir einen Müllberg teurer Hygieneartikel einfach hinnehmen müssen. Es gibt nämlich einen Ausweg, der sich auch noch viel besser anfühlt als alles, was ich je zuvor probiert habe.

Und jetzt wird’s endlich konkret. So klappt’s mit der Monatshygiene ohne Müll:

Menstruationstasse

Eine Menstruationstasse ist ein kleiner Becher aus flexiblem, medizinischem Silikon (mein Favorit) oder aus Kunststoff. Es gibt sie von verschiedenen Marken und in unterschiedlichen Größen. Die Funktionsweise ist denkbar einfach. Der Mooncup wird gefaltet und mit der Öffnung zur Körpermitte hin in die Scheide eingeführt und fängt so das Menstruationsblut auf (Details zur Anwendung findet ihr weiter unten). Je nach Bedarf und je nach Blutungsstärke kann man die Tasse nach bis zu zwölf Stunden vorsichtig wieder herausnehmen und in die Toilette entleeren. Wenn möglich kurz ausspülen und wiederverwenden. Unkomplizierter geht es nicht, oder? Und am Ende der Regel wird die Tasse dann im Wasserbad hygienisch ausgekocht.

Mittlerweile habe ich meine Menstruationstasse in allen Lebenslagen ausgiebig getestet. Zuhause, unterwegs, im Urlaub, beim Sport, in der Sauna und im Schwimmbad. Und ich LIEBE sie! Endlich kein unangenehmes blaues Bändchen mehr, das zwischen den Beinen heraushängt! Endlich völlig entspannt schwimmen und auch während der Regel in die Sauna gehen. Großartig! Hätte ich das nur vor 25 Jahren schon gewusst ;-).

Waschbare Slipeinlagen und Binden

Wiederverwendbare Hygieneeinlagen sind neu in meinem Repertoire und der zweite Schritt zu einer Monatshygiene ohne Müll. Es gibt die unterschiedlichsten Varianten im Internet zu kaufen. Verschiedene Größen, Formen, Stoffe und Materialstärken. Modelle mit Flügeln und Druckknöpfen oder ohne und natürlich die flüssigkeitsdichte Version als Binde oder die als durchlässige Slipeinlage. Tatsächlich ist für jeden Geschmack und jeden Tag des weiblichen Zyklus die perfekte Einlage dabei. Und wer begabt an der Nähmaschine ist, der kann sich seine Binden und Slipeinlagen auch selber nähen. Das klappt besonders nachhaltig und preiswert mit Stoffresten und Altkleidern.

Egal, ob gekauft oder selbstgemacht. Alle Binden und Slipeinlagen aus Stoff sind waschbar und wiederverwendbar und so wird aus einem kurzlebigen Wegwerf-Produkt plötzlich Nachhaltigkeit pur. Und Nachhaltigkeit ohne Verzicht, denn das Tragegefühl ist unnachahmlich gut.

Na? Hoffentlich seid ihr neugierig geworden! Dann probiert es doch einfach aus! Es lohnt sich. Und ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir von euren Erfahrungen berichten würdet.

Ich wünsche euch spannende Erfahrungen mit eurer ersten Regel ohne Müll.

Zerowaste an allen Tagen!

***

Pinterest-Pin: Monatshygiene ohne Müll mit Menstruationstasse und waschbaren Einlagen

(Werbung)

Meine wiederverwendbaren Slipeinlagen und Binden sind von Kulmine und wurden mir kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt. Die kleine Firma produziert ausschließlich mit zertifizierten, ökologischen Bio-Stoffen und sogar beim Versand wird besonders auf Plastikfreiheit geachtet. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Modelle mit und ohne Druckknöpfe. Jede einzelne perfekt abgestimmt für die unterschiedlichen Tage des weiblichen Zyklus. Für eine Monatshygiene ohne Müll. Vielen Dank dafür, liebes Kulmine Team!


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4 Replies to “Monatshygiene ohne Müll – Zerowaste an allen Tagen”

  1. Alex, es ist uns eine Ehre auf deinem Blog mit Kulmine zu erscheinen. Wir mögen was und wie du schreibst!

    1. Das freut mich wirklich sehr !
      Alles Liebe
      Alex

  2. Ich hab die Tasse auch schon ausprobiert, finde sie auch ganz gut, auch wenn man das einführen sehr üben muss, da sonst das rausholen schonmal schwierig und eher unangenehm wird, wenn die Tasse mal etwas zu tief drin sitzt. Außerdem mag ich es überhaupt nicht gerne, sie ungewaschen wieder reinzutun, das macht es auf öffentlichen Toiletten natürlich schwierig…
    Einige Fragen hätte ich zu den einlagen: wie genau wäschst du sie? Also tust du die blutig einfach zu der normalen Wäsche dazu? Oder wächst du per Hand?
    Und auch das scheint mir eher eine Methode für zu Hause als für unterwegs zu sein, oder? Ich stelle es mir etwas unangenehm vor, wenn man die blutigen Dinger unterwegs einpacken und mitnehmen muss…
    Liebe Grüße

    1. Hallo liebe Lisa,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich freu mich immer riesig, wenn ein persönlicher Dialog mit meinen Lesern zustande kommt ;-).
      Du hast recht. Die Tasse ist Übungssache. Aber ich finde, wenn man den Dreh raus hat, dann ist sie genial! Ich habe mittlerweile auch unterwegs kein Problem mehr. Wenn du das Wiederverwenden nämlich eklig findest, dann nimm doch einfach eine kleine Flasche Wasser mit? Vielleicht hilft dir das ja? So kannst du die Tasse auch in öffentlichen Toiletten ein bisschen spülen.
      Nun zu den Einlagen. Ich verwende sie als Backup zusätzlich zur Menstruationstasse. Das heisst richtig blutig sind sie eigentlich nie. Es gibt mir nur ein sichereres Gefühl unterwegs, falls die Tasse doch mal verrutschen sollte. Und ich wasche sowohl benutzte Menstruationseinlagen als auch Slipeinlagen einfach mit der übrigen 60 Grad-Wäsche mit. Ganz unkompliziert ;-).
      Ich glaube, wenn ich sie solo ohne Tasse verwenden würde, dann würde ich die Einlagen zuerst grob kalt ausspülen und dann mit in die Waschmaschine packen. Unterwegs könntest du dir beim Wechseln vielleicht mit einer Dose helfen?
      Ich hoffe ich konnte Dir weiterhelfen. Falls du noch zögerst, dann schau doch mal auf Facebook. Da gibt es nämlich tolle Gruppen zu Menstruationstasse und Co.
      Alles Liebe
      deine Alex

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