Wunderbarer Herbst – Meine Jahreszeit um loszulassen

Der Herbst ist nicht nur Kürbiszeit, sondern auch Zeit zum Loslassen und Ausmisten

Langsam schleicht sich der Herbst in unser Leben.

Die Tage werden kürzer und die Nächte werden kühler. Die Blätter verlieren allmählich ihr sattes Grün und erstrahlen statt dessen in leuchtendem Gelb und Rot. Ein Feuerwerk der Farben kurz bevor Braun und Grau für eine Weile das Landschaftsbild prägen werden. Es raschelt wieder unter unseren Füßen, wenn wir spazieren gehen und auf dem Fensterbrett stehen selbstgebastelte Männchen aus Kastanien und Eicheln.

Der Herbst ist eine großartige Jahreszeit. Ein Fest für alle Sinne.

Für mich ist der Herbst auch eine Zeit der Einkehr. Das Wetter lädt uns immer öfter ein wieder einmal zu Hause zu bleiben und uns auf uns selbst zu besinnen. Wir haben mehr Ruhe für wichtige Fragen: Was brauche ich um glücklich und zufrieden zu sein? Was ist wirklich wichtig für mich und meine Familie? Was brauchen wir? Und vor allem, was brauchen wir nicht (mehr)? Von was können wir uns trennen?

Der Herbst ist die Zeit loszulassen.

Beim Loslassen sind die Bäume mein großes Vorbild. Sie verlieren langsam Blatt um Blatt und sparen so in der kalten Jahreszeit lebensnotwendiges Wasser und Nährstoffe. Sie sparen Energie. Energie, die sie nun für anderes nutzen können. Auch bei uns Menschen schafft Loslassen wertvolle Freiräume. Loslassen tut gut und es befreit!

Manchmal müssen wir Menschen loslassen. Ungewollt oder bewusst, weil sie uns nicht mehr gut tun. Manchmal passen Gewohnheiten oder Teile unseres Alltags nicht mehr zu uns. Regelmäßig aber befreien wir uns von Dingen. Wir misten aus und werfen unnötigen Ballast ab.

Diesen Herbst ist bei uns zu Hause als erstes ist der Kleiderschrank dran. Alles was unserem kritischen Blick nicht standhält muss raus und wandert in die Kiste „Verschenken und Verkaufen“. Dann folgen die Kinderklamotten. Diese Aufgabe ist ziemlich einfach. Zu klein oder zu eng und weg damit in die Kiste. Spielsachen und Kinderbücher sortieren unsere Zwerge dann sogar selbst aus. Mit erstaunlicher Sicherheit treffen sie eine Entscheidung, was sie behalten wollen und was nicht. Am Ende unserer Aktion haben wir eine bis zum Rand gefüllte Kiste und wieder viel Platz. Damit diese Kiste nun auch so voll bleibt, sollte man sie unbedingt kindersicher aufbewahren. Unsere stand zunächst im Schlafzimmer auf dem Boden. Ein großer Fehler. Einmal entdeckt hatten die Kinder einen Heidenspaß beim Wühlen und Entdecken. Ich hingegen hatte große Mühe wieder alles aus den letzten Winkeln unserer Wohnung zusammen zu suchen.

Der Herbst ist die perfekte Zeit zum gemeinsamen Ausmisten.

Auch weil Wochenende um Wochenende ein Basar oder Flohmarkt den nächsten jagt. Unsere aussortierte Kinderkleidung und Spielsachen finden auf diese Weise schnell und unkompliziert neue kleine Besitzer. Dinge mit mehr Wert landen in den Kleinanzeigen. Der Rest wird gespendet oder verschenkt. Ich persönlich bin beim Verschenken ein Riesen-Fan von „Zu Verschenken Kisten“. An schönen Tagen kann man sie überall in den Hauseingängen sehen. Menschen stellen das, was sie nicht mehr brauchen vor die Türe und so freuen sich andere über eine Lampe, eine Tasse oder ein Buch, das sie immer schon mal lesen wollten. Ein Geschenk von Unbekannt für Unbekannt. Großartig! Vieles wird durch „Zu Verschenken Kisten“ vor der Mülltonne bewahrt. Dinge werden nachhaltiger genutzt und das zur Freude eines anderen.

Und was passiert nun mit dem vielen neugewonnenen Platz?

Gehen wir los und kaufen ein? Platz will doch gefüllt werden oder etwa nicht? Wir halten es da mit Jein. Klar brauchen die Kinder wieder Kleidung, die ihnen auch passt. Vieles aber wird nicht durch Neues ersetzt. Wir genießen erst mal den neugewonnen Freiraum und freunden uns ganz langsam und behutsam mit dem Prinzip des Minimalismus an. Wir werden sehen, ob und wie lange wir das durchhalten. Einen Versuch ein kleines bisschen aus dem Konsum auszusteigen ist es allemal wert.

Meint ihr nicht auch?

 


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