Essen außer Haus oder warum mich ein Scheitern manchmal auch zum Lachen bringt…

Kaffee außer Haus im Einmachglas

Letzte Woche war ich bei einer Schulung. Ich habe die Wohnung früh morgens verlassen und ganze Tage außer Haus verbracht, so wie mit mir viele Andere. Klar war mir da bewusst, dass ich auch unterwegs Hunger und Durst bekommen würde. Für diese Herausforderung gibt es nun zwei mögliche Lösungen: Die organisierte Variante ist Essen und Getränke einfach zu Hause vorzubereiten und mit zu nehmen. Die Lösung für Faule ist das reichhaltige Verpflegungsangebot einer Großstadt zu nutzen. Ich wollte selbstverständlich organisiert und ökologisch korrekt handeln. Leider musste ich feststellen, dass zwischen Anspruch und Wirklichkeit manchmal eine riesige Lücke klafft. Vor allem für einen Nicht-Frühmenschen, früh morgens und unter Zeitdruck!

Ich habe es zumindest geschafft meinen Kinder jeden Tag ein Frühstück zu zaubern, sie zu waschen, anzuziehen und pünktlich in der KiTa beziehungsweise bei Oma und Opa abzugeben. Ich selbst saß auch pünktlich in meinem Kurs. Allerdings ohne Frühstück, ohne Brotzeit und viel schlimmer noch: ohne meinen Aufwach-Kaffee.

Resultat des ersten Tages waren deshalb zwei Coffee to go im Wegwerfbecher, ein Wasser in der Mehrwegpfandflasche, ein belegtes Brot aus einer Papiertüte und ein schlechtes Gewissen.

Tag zwei brachte gute Vorsätze und bereits leichte Verbesserungen. Ich hatte Leitungswasser in meiner eigenen Flasche dabei, genug Zeit für einen Frühstücks-Coffee to stay beim Bäcker und auch mein Frühstücks- und Brotzeitbrot habe ich in Ruhe vor Ort gegessen. Ganz ohne Tüte. Nur der schnelle Kaffee gegen das Vormittagstief ließ sich leider nicht ohne Einwegbecher bewerkstelligen!

Erst am dritten Tag habe ich es endlich geschafft meinen eigenen Becher von zu Hause mit zu nehmen. Besser gesagt mein Einmachglas. Ja, ihr habt richtig gehört!

Außer Haus ist ein einfaches Glas mit Schraubdeckel ein prima Mehrweg Coffee to go Becher.

Es ist billig (als ehemaliges Marmeladenglas quasi umsonst), leicht zu reinigen, und nach Benutzung absolut dicht verschließbar. Der letzte Punkt hat meine Tasche bereits des Öfteren vor fiesen Flecken bewahrt.

An Tag drei gehe ich nun stolz mit meinem Einmachglas zum Kaffeemann. Ich erkläre ihm, dass er bitte meinen Mitnehm-Kaffee in mein mitgebrachtes Glas füllen soll anstatt in den üblichen Pappbecher. Zunächst ernte ich auf meine Anfrage ein ziemlich ratloses Gesicht und der Mann dreht das Glas in seinen Händen hin und her. Irgendwie versteht er nicht was ich von ihm will und auch das Glas selbst hat es ihm wohl nicht verraten. Also nochmal. Mein Latte macchiato soll bitte in dieses Glas. Ein Kollege springt dem Mann zur Seite und nun endlich scheint er meinen exotischen Wunsch verstanden zu haben. Er stellt mein Glas zu Seite, nimmt einen Pappbecher und beginnt wie gewohnt mit seiner Espressomaschine einen Kaffee zu bereiten. In den Pappbecher! Als er den Milchschaum dazugegeben hat, schaut er mich ganz zufrieden an und kippt das Getränk in mein Glas. Bitteschön! Latte macchiato im Glas! So wie gewünscht. Jetzt hätte ich mein Gesicht gerne gesehen, denn auf diese Umsetzung meiner Idee wäre ich im Traum nicht gekommen.

Wie schwer es doch ist aus der gewohnten Routine auszubrechen! Becher habe ich an diesem Tag leider (noch) nicht gespart, aber der Mann hat mir definitiv ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

 


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One Reply to “Essen außer Haus oder warum mich ein Scheitern manchmal auch zum Lachen bringt…”

  1. […] habt richtig gelesen. Ein leeres Marmeladenglas ist nämlich der perfekte Coffee to go-Becher (http://www.livelifegreen.de/essen-ausser-haus-zerowaste-plastikfrei/). Wiederverwendbar, spülmaschinengeeignet und durch seinen Schraubdeckel absolut dicht […]

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