5 schnelle Tipps für einen motivierenden Einstieg in ein plastikfreie(re)s Leben

Tipps für einen guten Einstieg in ein plastikfreie(re)s Leben

Wie schafft man eigentlich einen guten Einstieg in ein plastikfreie(re)s Leben?

Diese Frage hab ich mir die letzten zwei Wochen tatsächlich mehr als einmal gestellt, denn Plastikfasten fällt mir leider sehr viel schwerer als gedacht. Mein Fazit bisher: Ich weiß jetzt sehr genau warum es immer heißt „Never change a running system!“.

Mein „running system“ sind meine Alltagsgewohnheiten. Die Lieblingscreme (in der Plastiktube), der kleine Bioladen um die Ecke, wo es so bequem ist Nudeln und andere Grundnahrungsmittel (in der Plastikpackung) zu kaufen und den ich auch sehr gerne weiter unterstützen will. Es ist das Shampoo (in der Plastikpackung), das ich seit Jahren benutze und mit dem meine Haare schön glänzen und gut riechen und meine Zahnpasta, die macht, dass meine Zähne nicht schmerzempfindlich sind. An all diese Dinge habe ich mich gewöhnt und sie funktionieren ziemlich gut für mich.

Konsequent auf Plastik zu verzichten hieße ganz klar Liebgewonnenes dauerhaft durch anderes zu ersetzen und das fällt mir schwer. Sehr schwer.

Ein Scheitern betrifft nämlich direkt meine persönliche Komfortzone. Ist die neue (selbstgemachte) Zahnpasta schlechter als die alte, tun meine Zähne weh, funktioniert das neue Shampoo nicht, dann sind meine Haare strähnig oder wie Stroh und vertrage ich die neue Creme nicht, dann bekomme ich vielleicht Pickel oder trockene Haut. Aiaiai… ich hatte mir dieses Plastikfrei wirklich leichter vorgestellt und anscheinend bin ich auch noch komplizierter als ich dachte. Und nun? Aufgeben und weitermachen wie bisher? Klingt deprimierend oder? Und genau deshalb ist das keine Option. Ich hatte nach meiner Plastik-Inventur bei uns Zuhause doch so große Pläne. Ich wollte so viel ändern und vor allem Plastikverpackungen am liebsten sofort aus unserem Leben verbannen.

Was ich jetzt ganz dringend brauche ist ein motivierender(er) Einstieg in ein plastikfreie(re)s Leben.

Ich brauche ein paar schnelle Erfolgserlebnisse, die sich einfach und unkompliziert umsetzen lassen. Und hier kommen 5 Punkte, an denen wirklich jeder von uns ganz schnell schrauben kann.

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1. Alle Plastiktüten, Folien (z.B. an der Käsetheke) und Plastikbecher konsequent durch mitgebrachte Mehrwegvarianten ersetzen

Das können Stofftaschen und Stoffbeutel sein, aber auch wiederverwendbare Plastikdosen oder Butterbrottüten. Letztere eigenen sich vor allem für Käse sehr gut, da der Käse dort nicht zu schwitzen beginnt. Und euer Coffee to go fühlt sich besonders wohl in einem einfachen Einmachglas oder einem Mehrwegbecher.

2. Beim Einkauf plastikfreie Alternativen nutzen

Ihr braucht Milch oder Saft? Dann kauft doch ab heute das Produkt in der Glasflasche statt dem im Tetrapack.  Auch der Joghurt aus dem Glas ist eine bessere Wahl als der im Plastikbecher. Der Handel bietet uns in vielen Fällen Alternativen ganz ohne Mehraufwand für uns. Wir können (vieles) weiter im gewohnten Laden einkaufen. Wir müssen nur ein Bewusstsein dafür entwickeln an welchen Stellen wir Verpackungsplastik leicht vermeiden können. Warum muss es denn die kunststoffverpackte Flüssigseife sein? Ein duftendes Stück Seife ist eine großartige Möglichkeit unnötigen Müll zu sparen ohne Nachteile.

3. Fruchtquetschies gegen Mehrwegvarianten ersetzen

Tatsächlich war ich als meine Kinder noch kleiner waren ein absoluter Quetschie-Fan. Schande über mich! Ich habe gar nicht wirlich darüber nachgedacht wie viel Abfall diese Snacks produzieren, weil ich sie einfach sooooo bequem fand. Heute ist das anders. Fruchtquetschies finde ich absolut verzichtbar und das nicht nur, weil meine Kinder schon ein bisschen größer sind. Ein kleines Einmachglas und ein Löffel sind ein perfekter und ökologischer Ersatz für die Einwegquetschtüte und auch noch viel kostengünstiger. Wer dennoch nicht auf die Snacks verzichten mag, dem seien Mehrwegvarianten ans Herz gelegt. Es gibt wiederverschließbare und leicht zu reinigende Tüten aus Kunststoff oder Silikon im Internet, die schnell mit dem Fruchtmark, Gemüsebrei oder Joghurt eurer Wahl befüllt werden können. Genauso lecker, billiger und auch noch nachhaltiger.

4. Mehr Selbermachen spart Verpackungsmüll

Egal ob Selberkochen oder Selberbasteln. Selbst Hand anzulegen spart oftmals Müll. Am einfachsten und schnellsten klappt das für die meisten wahrscheinlich zunächst einmal mit dem Selberkochen. Versucht Fertigprodukte und Essen to go wo es nur geht zu vermeiden. Das hat nicht nur den Vorteil, dass weniger Verpackungen in eurem Müll landen. Ihr wisst so auch genau, was ihr esst und wo alle Zutaten herkommen.

5. Leitungswasser und Mehrwegflaschen aus Glas statt Getränke aus Einweg-Plastikflaschen

Ein Weg jede Menge Plastikmüll zu sparen ist die Wahl unserer Getränke. Vieles von dem, was wir täglich trinken kommt aus Einwegflaschen, die bereits nach der ersten Benutzung weggeworfen werden. Ihr bekommt zwar oft Pfand dafür zurück, aber recycelt werden tatsächlich nur knapp über 40% davon. Ja. So wenig! Der Rest wird einfach verbrannt. Was für eine unnötige Rohstoffverschwendung. Dabei gibt es in Deutschland ein tolles Angebot an Getränken aus Glas-Mehrwegflaschen. Und wer keine Lust auf die Schlepperei von schweren Glasflaschen hat, der kann auch getrost auf Leitungswasser umsteigen. Die Qualität unseres Trinkwassers ist in Deutschland nämlich flächendeckend sehr gut.

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Der einfachste Weg zu einem dauerhaft plastikfreien Leben ist für mich also zunächst einmal einen Gang herunter zu schalten und mit einfachen Projekten zu beginnen. Nicht zu schnell und zu viel auf einmal in Angriff zu nehmen, denn das kann ziemlich demotivierend sein. Nicht gut wenn man einen Marathon vor sich hat. Und vielleicht sollte man auch nicht gleich mit den Dingen beginnen, die einem am liebsten sind. Geht achtsam mit euren lieb gewonnenen Gewohnheiten um und lasst euch Zeit bei der Umstellung auf Plastikfrei. Jeder auch noch so kleine Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung. Alles braucht seine Zeit und jeder auch noch so kleine Erfolg motiviert ungemein.

Das Wichtigste ist nur endlich anzufangen!

 

P.S. Mehr zu meinen bisherigen Versuchen mit selbstgemachter Zahnpasta, Deocreme und Co. gibt es die nächsten Wochen hier ;-)…


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4 Replies to “5 schnelle Tipps für einen motivierenden Einstieg in ein plastikfreie(re)s Leben”

  1. Danke für Deine motivierenden Tipps! Bei mir läuft es richtig schlecht mit dem Plastikflaschen. Bin total unkonsequent. Das einzige was ich bisher durchziehe: Keine Sojamilch mehr – ich trinke den Kaffee jetzt schwarz. So spare ich immerhin drei Tetrapacks pro Woche. Im Bad habe ich schon seit vielen Monaten nur noch die Plastiktube von der Zahnpasta und den Plastikdeckel von der Deoglasflasche als Müll zu verzeichnen. Ich kann die Haarwaschseife von Savion echt empfehlen!
    O.k. also morgen greife ich nochmal an und versuche wieder besser durchzuhalten!

    1. Hallo Katrin,
      Gern geschehen ;-)!
      Und ich kann Dich soooo gut verstehen! Es ist manchmal echt schwierig konsequent zu sein und auch zu bleiben! Aber das wichtigste ist, dass wir nicht aufgeben! Wir versuchen es einfach weiter. So gut wir im Moment eben können :-)…
      Und danke mit dem Tipp für die Haarwaschseife. Ich teste gerade auch eine. Mein Erfahrungsbericht dazu kommt nächste Woche ;-).
      Ganz liebe Grüße und wir lassen uns nicht entmutigen! Jeder Schritt zählt :-)!
      Alex

  2. Danke für diesen tollen Beitrag. ich finde es so wichtig darauf zu achten, Plastik zu vermeiden. Ich habe immer eine eigene Einkaufstasche dabei und bei uns gibt es auch fast nur Leitungswasser. So versuche ich den Plastikverbrauch gering zu halten, obwohl es manchmal leider nicht ganz vermeidbar ist.
    Liebe Grüße
    Tina
    http://www.little-post.com
    https://www.facebook.com/littlepostblog/

    1. Hallo Tina,
      freut mich sehr, dass dir mein Beitrag gefällt.
      Wir bleiben motiviert und geben einfach immer unser Bestes ;-).
      Liebe Grüße
      Alex

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