5 Ideen für eine nachhaltige Fastenzeit – Mindestens 40 Tage für den Klimaschutz

5 Ideen für eine nachhaltige Fastenzeit-Fastenalternativen

Na? Wie steht ihr eigentlich zur Fastenzeit?

Seid ihr Team „Fasten“ oder eher Team „Weiter wie Immer“? Und vor allem, was soll das Ganze überhaupt? Traditionell ist die christliche Fastenzeit eine Zeit der inneren Einkehr und der Besinnung durch freiwilligen Verzicht auf Nahrung. Es ging darum nach außen hin sichtbar und spürbar Buße zu tun für begangene Sünden.

Auch heute verzichten viele von Aschermittwoch bis Gründonnerstag auf ganze Mahlzeiten, oder auf Liebgewonnenes wie Fleisch, Süßes oder Alkohol. Allerdings geht es den meisten mittlerweile wahrscheinlich weniger darum ihre Sünden loszuwerden. Der Fokus liegt vielmehr auf Gewichtsreduktion, Entgiftung, Entschlackung, den positiven Effekt von 40-Tagen-Yoga, Smartphonefasten und und und. So oder so.

Die Fastenzeit dreht sich meist um das ICH und sehr selten um MEHR.

Schade eigentlich, oder? Klar, ist die persönliche Entwicklung, Gesundheit und Wohlbefinden wichtig. Sehr wichtig sogar. Aber manchmal kann es auch nicht schaden genau diese egozentrische Sichtweise für einen Moment zurückzustellen. Im Gegenteil. Es kann sogar richtig entspannend sein sich mit dem ganzen Herzen auf ein anderes Ziel als sich selbst zu konzentrieren und nach mehr zu streben als nur dem eigenen, ganz persönlichen Glück.

Und? Wie wäre es dieses Jahr mit so einem Alternativ-Projekt?

Einer Fastenzeit weg vom Selbst-Tuning, und hin zum Gemeinwohl.

Und zum gemeinsamen Klimaschutz. Denn genau DER könnte mindestens für die nächsten 40 Tage in eurem Mittelpunkt stehen. Na, wie wär’s? Hier findet ihr jedenfalls fünf Fasten-Ideen, die alle eins gemeinsam haben: Sie sind gut für’s Klima. Und wer weiß?

Vielleicht legt euer Fasten ja den Grundstein für eine nachhaltige Veränderung in eurem Leben?

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Fastenzeit-FleischfastenFastenzeit-Autofasten

Fleisch- und/oder Milchfasten

Der Verzicht auf Fleisch während der Fastenzeit ist nichts Neues. Das steht fest. Eine gute Idee bleibt es aber trotzdem, nicht zuletzt für’s Klima. Die Produktion tierischer Lebensmittel wie Fleisch und Milch erzeugt nämlich Treibhausgase und verschlingt Unmengen an Wasser und wertvollen Ressourcen. Und unsere Nutztiere schlagen gleich doppelt zu Buche, denn für die Erzeugung ihres Futters werden riesige landwirtschaftliche Nutzflächen benötigt, die so für den Anbau menschlicher Nahrungsmittel dauerhaft blockiert sind. Der Klimawandel wird also stark durch das beeinflusst, was auf unserem Teller landet.

Wie wäre es also mit einem kompletten Verzicht auf Fleisch während der Fastenzeit? Und/oder dem Verzicht auf Milch und Milchprodukten? Vielleicht geht es euch ja dann wie uns? Und ihr stellt fest, dass ihr Kuhmilch eigentlich gar nicht mehr vermisst…(hier gibt’s mehr zu meinen Gedanken zur Milchwirtschaft)

Discounterfasten

Was soll denn bitte Discounterfasten bedeuten, werdet ihr euch jetzt vielleicht fragen. Für viele klingt dieser Vorschlag wahrscheinlich ziemlich seltsam, schließlich ist der Einkauf im Lieblings-Discounter für die meisten aus ihrem Alltag nicht wegzudenken. Und warum auch? Discounter sind ja nicht per se böse, oder? Natürlich nicht. Ich war selbst Jahrzehntelang ein glühender Aldi-Anhänger. Heute nicht mehr, denn Discounter haben ein großes Problem. Sie suggerieren uns, dass alles immer billig sein muss und dass all DIE, die mehr für ein Produkt zahlen selber schuld sind. Geiz ist eben geil! Mit der Realität hat der Preis beim Discounter leider nichts mehr zu tun. Er unterschlägt die wahren Kosten von Anbau, Tierhaltung, menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und Transporten um den halben Erdball. Ganz zu Schweigen von den schwerwiegenden Schäden, die uns allen durch die Massenproduktion entstehen. Hier will ich euch nur einige Stichwort wie Antibiotikaresistenzen, Nitratbelastung des Trinkwassers, Verarmung unserer Böden und Kinderarbeit nennen. Natürlich sind die industriell erzeugten Lebensmittel im Supermarkt auch nicht besser. Das gleiche Problem, nur höhere Preise. Und genau deshalb könntet ihr ja versuchen während eurer Fastenzeit einmal GANZ anders einzukaufen.

Wie wäre es denn deshalb die nächsten 40 Tage so weit wie möglich fair und bio einzukaufen? Nur so als Test. Vielleicht gefällt es euch beim Bioladen oder auf dem Markt ja besser als gedacht und vielleicht ist es ja auch gar nicht so viel teurer wie ihr immer befürchtet habt? Wenn man nämlich ein paar einfache Tipps beachtet lässt sich so ein Bio-Einkauf nämlich für viele durchaus stemmen. 

Autofasten

Auch eine tolle und spannende Idee für die Fastenzeit. Lasst doch einfach euer Auto stehen und testet während dieser begrenzten Zeit, wie oft ihr euer Auto wirklich braucht. Wo geht es vielleicht auch mit einer Alternative wie Fahrrad oder Bahn? Ich weiß, diese Fasten-Idee ist wahrscheinlich nicht für jeden praktikabel. Eine Inspiration kann sie aber trotzdem sein. Denn wie oft schwingt man sich aus reiner Bequemlichkeit in den Autositz?

Wie wäre es also mit Autofasten? Lasst euer Auto doch einfach mal stehen und schaut was mit eurem Leben so passiert…

Fastenzeit-PlastikfastenFastenzeit-Konsumfasten

Plastikfasten

Plastikfasten ist ein Versuch so weit wie möglich auf Plastik zu verzichten. Während unserer Plastik-Fastenzeit 2017 hieß das für uns vor allem Verpackungen aus Kunststoff einzusparen (hier findet ihr alle Beiträge aus dem letzten Jahr). Und das ist auch bitter nötig bei dem Müllberg, den wir Deutschen da jeden Tag produzieren und all den negativen Folgen für unsere Umwelt (hier gibt’s noch mehr dazu). Und ein Großteil davon ist auch noch absolut unnötig, denn wir verpacken als gäbe es kein Morgen. Am liebsten alles einzeln und doppelt und dreifach. Mit einer Plastikfasten-Aktion könnt ihr schnell und einfach herausfinden, wie wichtig Kunststoffe in eurem Leben sind und wo ihr ohne Probleme auf sie verzichten könnt.

Wie wäre es also mit dem Startschuss in ein Plastik-frei(er)es Leben? Dann macht doch die nächsten 40 Tage eine (Plastik)Mülldiät. 

Konsumfasten

Habt ihr schon mal eine bewusste Konsumauszeit gemacht? Nein? Dann kann ich euch diese Fasten-Aktion nur wärmstens empfehlen. Denn der Konsumverzicht macht etwas mit uns. Der freiwillige Stillstand an der Kaufrausch-Front schafft neue Räume im Leben. Räume der Ruhe und Räume der Achtsamkeit (wie es mir vor einiger Zeit damit ging findet ihr hier). 

Wie wäre es also mit einer Konsum-Fastenzeit? Einfach einmal für eine begrenzte Zeit nichts Neues kaufen. Stattdessen tauschen, teilen, reparieren und entspannen. Und sehen was passiert. Nicht kaufen, weil ich es mir wert bin…

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Und? Was ist euer Fasten-Favorit?

 

Pinterest-Pin: Nachhaltige Fastenzeit

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2 Replies to “5 Ideen für eine nachhaltige Fastenzeit – Mindestens 40 Tage für den Klimaschutz”

  1. Danke für die tollen Anregungen! Da ich den irre vielen und unnötigen Verpackungsmüll nicht mehr sehen kann, ist das auch vorrangiges Thema für meine Fastenzeit. Zudem möchte ich generell Plastik und Müll reduzieren. Ich bin noch weit weg von Zero Waste, dennoch hoch motiviert und freue mich täglich mit kleinen Schritten gegen den Müll anzukämpfen. Bienenwachstücher sind kürzlich eingezogen, waschbare Abschminkpads lassen sich prima aus alten Klamotten selber nähen, der Guppy Friend Waschbeutel sollte demnächst eintrudeln und nach einer ökologischen Mehrweg-Kaffeebecher-Lösung halte ich gerade Ausschau. Die Ideen sprudeln und ich freu mich drauf unseren Haushalt nachhaltiger umzukrempeln.

    1. Halli Hallo,
      Das klingt ja prima und vor allem hochmotiviert! Toll, denn das ist schon mehr als der erste Schritt. Die Lust und die Neugier darauf etwas zu verändern.
      Wir haben uns für diese Fastenzeit auch wieder für Plastikfasten entschieden. Denn auch bei uns gibt es immer noch Punkte an denen wir arbeiten wollen Punkt die Fastenzeit ist da eine gute Gelegenheit einfach mal wieder Neues im Alltag auszuprobieren und neue Dinge in Angriff zu nehmen.
      Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du so motiviert bleibst und ganz viel Erfolg bei der Umsetzung.
      Alles Liebe
      Deine Alex

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